Natur

Bewegte Bilder von der Birs

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Auf Birs TV sind bewegte und vertonte Bilder der Birs beim Heidebrüggli zu sehen.

Leuchtkäfer in Arlesheim: neuer Bericht für 2007 und 2008

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2007 wurden erstmals Leuchtkäfer auf dem Gelände des alten Friedhofs bei der Trotte gesichtet.

2006 wurde erstmals eine ausführliche Untersuchung der Leuchtkäfervorkommen in Arlesheim durchgeführt. Das Resultat zeigte damals, dass der Grosse Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca) im ganzen Gebiet von Arlesheim vorkommt, allerdings in nur geringer Zahl. Daten aus früheren Jahren liegen keine vor, sodass keine Vergleiche mit der einstigen Lage gemacht werden können. Dr. Eva Sprecher-Uebersax, Naturhistorisches Museum Basel, hat einen neuen Bericht über die Lage der Arlesheimer Leuchtkäfer in den Jahren 2007 und 2008 verfasst. Nachfolgend eine Zusammenfassung des Berichts:

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Leuchtkäfer, Männchen (Foto Dr. Eva Sprecher, Naturhistorisches Museum Basel)

Nach der Untersuchung von 2006, an der die Bevölkerung mit zahlreichen Meldungen rege teilnahm, wurden 2007 und 2008 wieder Aufrufe publiziert, mit der Bitte, Beobachtungen von Leuchtkäfern zu melden. Der Rücklauf war jedoch bedeutend geringer; einer der Gründe dürfte in den deutlich schlechteren Wetterbedingungen in der Glühwürmchen-Zeit zu suchen sein.

Insgesamt trafen relativ wenige Meldungen aus der Bevölkerung ein. Dennoch dokumentieren sie ein recht gleichmässiges, wenn auch eher kleines Vorkommen der Leuchtkäfer in ganz Arlesheim. Neu gemeldete Fundorte befinden sich am Rainweg, am Bruggweg, an der Terrassenstrasse und beim alten Friedhof bei der Trotte. Während der Rainweg und auch der alte Friedhof bei der Trotte sich gut in die Region mit den 2006 am meisten gemeldeten Leuchtkäfern einfügen, sind die beiden andern Fundorte recht interessant, da 2006 von dieser Gegend keine Meldungen eintrafen.

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Leuchtkäfer, Larve (Foto Dr. Eva Sprecher, Naturhistorisches Museum Basel)

Wie bereits 2006 ergingen Hinweise über Vorkommen an folgenden Standorten in Arlesheim: Obere Holle, Hollenweg, Finkelerweg, Nähe Waldrand, Schleife (Ermitagestrasse), Amselweg, Spitalholzweg, Hinter dem Saal und Zinnhagweg.

Weniger Meldungen bedeuten nicht gleich weniger Tiere und man kann nach so kurzer Zeit sicher nicht von einem Rückgang reden, denn die von den Leuchtkäfern bevorzugten schwülwarmen Abende waren 2007 und 2008 deutlich weniger häufig als 2006.

Die mit der Erhebung der Arlesheimer Leuchtkäferpopulation betraute Eva Sprecher stellt fest, dass künstliche Lichtquellen die Partnerfindung bei den Leuchtkäfern stören können. Obwohl in Arlesheim nie Leuchtkäfermännchen an künstlichen Lichtquellen wie Strassenlampen beobachtet wurden, ist es dennoch denkbar, dass auch hier solche Lichter die Männchen ablenken und desorientieren. Die Lichterflut stellt zweifelsohne eine beträchtliche Störung für Leuchtkäfer dar und erschwert das Auffinden der begattungswilligen Weibchen.

Besten Dank an Frau Dr. Eva Sprecher vom Naturhistorischen Museum Basel für das Zurverfügungstellen des Berichts und der Fotos von Leuchtkäfern aus dem Museumsfundus.

Die Fischgemeinschaften in der renaturierten Birs

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Die renaturierte Birs, Heiligholzbrücke flussaufwärts: die Fischgemeinschaft in diesem Abschnitt der Birs war Gegenstand einer Untersuchung

In einem zweieinhalbjährigen Forschungsprojekt wurde die Fischgemeinschaft in der revitalisierten Birs im Grenzbereich Arlesheim/Münchenstein untersucht. In den renaturierten Abschnitten konnte noch keine höhere Fischdichte nachgewiesen werden. Der Grund dafür dürften die 2004 und 2005 durchgeführten Revitalisierungsmassnahmen mit ihren baulichen Eingriffen sein. Insgesamt wurden 13 Fischarten in den untersuchten Strecken der Birs festgestellt, darunter der in der Schweiz gefährdete Strömer und das hierzulande stark gefährdete Bachneunauge. Für eine abschliessende Beurteilung des Erfolgs der Revitalisierungsmassnahmen ist es jedoch noch zu früh. Auch nach der Renaturierung unterscheidet sich der Lauf der Birs deutlich von seiner historischen, naturnahen Form mit ihren Seitenarmen, Hinterwassern und einem mehr als doppelt so langen Flusslauf zwischen Dornachbrugg und Münchenstein.

Die Nutzung der Fliessgewässer durch den Menschen wirkt sich vielerorts negativ auf die aquatischen Lebensgemeinschaften aus. So sind zahlreiche Flussfischarten gefährdet und Flussauen gehen massiv zurück.

Durch die Revitalisierung soll dieser fortschreitenden Verschlechterung Einhalt geboten werden. Im Vordergrund steht dabei die Wiederherstellung einer naturnahen Gewässerstruktur. In zahlreichen Projekten ist die positive Wirkung auf die Wasserlebewesen jedoch ausgeblieben, wie das Forscherteam Christine Weber und Armin Peter vom Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs, Eawag, in ihrem Bericht schreiben.

Um die Situation in der renaturierten Birs im Grenzbereich von Arlesheim und Münschenstein zu erfassen, haben die beiden Forscher das historische Fischvorkommen und Lebensraumangebot der Birs ober- und unterhalb des Sundgauerviadukts anhand alter Quellen rekonstruiert. So schufen sie einen Reverenzpunkt für die Ermittlung der Naturnähe und für die Erfolgskontrolle nach der Revitalisierung.

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Abbildung A (oben): Die Birs bei Münchenstein/Arlesheim 1817.
Abbildung B, gleicher Kartenausschnitt: die begradigte Birs 2000. In diesem Bereich liegen die untersuchten Abschnitte.

Bildquelle

Um 1810 wies die Birs bei Arlesheim und Münchenstein einen gewundenen Lauf mit zahlreichen Seitenarmen und Hinterwassern auf. Bei grösserem Hochwasser überschwemmte die Birs die Augebiete und verlagerte dabei auch häufig ihren Lauf, was zu einer grossen Veränderung der Wassertiefen und Fliessgeschwindigkeiten führte. Ein vielfältiger aquatischer Lebensraum entstand. Die Birs gilt – damals wie heute – als sogenannte Äschenregion, wobei über die tatsächliche Zusammensetzung der Fischfauna in der unbegradigten Birs wenig bekannt ist. Einzig für den Mündungsbereich ist das Vorkommen von Lachsen und Laichzügen von aufwandernden Nasen belegt.

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Unterlauf der Birs in mehreren Etappen grossräumig begradigt. Als Schutz vor Hochwasser wurde die Birs in den 1970-er Jahren von Aesch bis zur Mündung in Basel und Birsfelden mit Dämmen korrigiert. War die Birs zwischen Dornachbrugg und Münchenstein vor 200 Jahren noch fast acht Kilometer lang, so weist sie heute im gleichen Bereich noch eine Strecke von dreieinhalb Kilometern auf.

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Blockwürfe am nicht renaturierten Birsufer bei Arlesheim

Im Frühjahr 2004 bzw. im Winter 2005 wurde das Birsbett bei Arlesheim und Münchenstein rekonstruiert, die Blockwürfe mehrheitlich entfernt und zur Schaffung von Inseln eingesetzt. Am Böschungsfuss wurden Weiden und Baumstämme angebracht, der Uferbereich angesät und bepflanzt. Wegen der intensiven Nutzung des Gebiets durch Siedlungsbau und Gewerbe war eine Erweiterung des Flussbetts nicht möglich. Der heutige Flusslauf unterscheidet sich nach seiner Revitalisierung noch deutlich von seiner historischen, naturnahen Form. Insbesondere fehlen Hinterwasser und Seitenarme, die wichtige Rückzugsorte während ungünstiger Bedingungen darstellen, zum Beispiel während Hochwasser.


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Die Birs im Bereich des Sundgauerviadukts, flussaufwärts

Das Forscherteam verglich nun die Fischdichte dreier revitalisierter Abschnitte der Birs mit einer (noch kanalisierten) Kontrollstrecke. Im Verlauf der Studie hat sich die Fischdichte unterschiedlich entwickelt, wobei diese auf der Kontrollstrecke tendenziell dichter war als in den renaturierten Bereichen. Gründe für diese Entwicklung werden darin gesehen, dass einerseits die Revitalisierungsmassnahmen (bauliche Eingriffe im Rahmen der Revitalisierung, was zu einer erhöhten Trübung führte) die Fischdichte in den betroffenen Abschnitten negativ beeinflusst haben und andererseits das Blockwurfufer im (nicht renaturierten) Kontrollbereich eine grössere Vielzahl von Strukturen aufweist als die renaturierten Bereiche.

Es fällt auf, dass die in der Studie untersuchten revitalisierten Abschnitte über weite Strecken noch eine relativ geringe Strukturvielfalt aufweisen. Zusammen mit den relativ hohen Fliessgeschwindigkeiten ergibt sich ein geringes Unterstandsangebot für Fische. Viele Arten der Äschenregion haben jedoch mehr oder weniger starken Bezug zur Struktur ihres Lebensraums.

Insgesamt wurden 13 Fischarten nachgewiesen. Besonderheiten sind dabei der Strömer (in der Schweiz gefährdet) und das Bachneunauge (in der Schweiz stark gefährdet). Einzelne Arten wie Aal, Äsche, Bachneunauge, Stichling und Rotauge konnten nur in sehr geringen Zahlen nachgewiesen werden. Die revitalisierten Strecken zeigen eine deutliche Veränderung in der Artenzusammensetzung. Inwiefern dies jedoch auf die Renaturierung zurückzuführen ist (oder auf die verbesserte Fangbarkeit wegen der geringeren Wassertiefe), ist nicht eruierbar.
Weitere festgestellte Fischarten sind Alet, Bachforelle, Barbe, Elritze, Groppe, Gründling, Schmerle und Cypriniden (Familie der Karpfenfische). Orientiert man sich an der Fischgemeinschaft der Äschenregion, so fällt auf, dass noch einige charakteristische Arten fehlen, so die Nase, die Hasel und der Schneider. Für eine abschliessende Beurteilung des Erfolges der Revitalisierungsmassnahmen ist es vom fischökologischen Standpunkt aus noch zu früh. Die beiden Forscher empfehlen daher eine neue Erhebung beispielsweise nach der im Zuge der Aufhebung der ARA Reinach geplanten weiteren Revitalisierungsmassnahmen.

Alte Gärten - Alte Gärtner

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Alte Gärten - Alte Gärtner. Die Arlesheimer Autorin und Naturschützerin Inge Kober hat einige Gedanken zum Altersgarten aufgezeichnet:

Heute, in hohem Alter, bin ich immer noch täglich im Garten tätig, und die Lebensfreude, die mir mein Garten schenkt, möchte ich versuchen zu vermitteln, als Dank, in erster Linie an die Natur, schreibt Inge Kober und fährt fort: Aber: "Zwei Seelen, ach, fühl ich in meiner Brust", die eine ist die Gärtnerseele und die andere die Naturschutzseele, und diese zwei liegen sich oft arg in den Haaren, ziemlich streitbar. Eine Gratwanderung! Aber im Alter unterliegt der Gärtner immer öfter und die Naturschutzseele schwingt obenauf. Und: im Alter wird man toleranter, auch denen gegenüber, die der Mensch als "Un"-kräuter und "Un"-geziefer bezeichnet. Über dieses Tolerantwerden im Garten und was man dabei gewinnt, handelt dieses Buch.

Inge Kober beschreibt Gärten voller Schätze, Gärtnerinnen und Gärtner, die ihr Herzblut an ihren Garten vergeben oder vergeben haben - in Arlesheim und anderswo. Der Lesende begegnet dem Wandgarten, dem Laborgarten, dem Topfgarten oder der Poesie im Altersgarten und lernt vom Nutzen der Wildbienenvillen oder dass Mörtelwespen, Seidenbienen, Wollbienen und Kuckucksbienen die Arleser Artenvielfalt bereichern.

Zu kaufen für Fr. 24.-- in der Buchhandlung Nische am Dorfplatz. Die Einnahmen aus dem Verkauf des Buches kommen der Kober-Schwabe-Stiftung für Natur- und Landschaftsschutz zu Gute.

Grosser Fuchs beim Sonnenbaden

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Grosser Fuchs beim Sonnenbaden in der Nähe der Gärtnerei am Goetheanum in Dornach, Aufnahme vom 26. Februar 2008, Quelle

Dank den milden Temperaturen in der letzten Februarwoche konnte der erst seit 2006 wieder häufiger auftretende Grosse Fuchs (Nymphalis polychloros) in Dornach in der Nähe der Gärtnerei des Goetheanums beobachtet werden. Der Grosse Fuchs überwintert als Falter und kommt mit den ersten wärmeren Sonnenstrahlen aus seinem Ruheversteck. Die Raupe des Grossen Fuchses wurde in den letzten Jahrzehnten chemisch bekämpft, was zum Rückgang der Population führte. Zudem ist der Rückgang der Streuobstwiesen ein weiterer Grund, warum der Falter immer weniger anzutreffen ist. Auf Streuobstwiesen stehen hochstämmige Obstbäume meist unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Arten und Sorten. Im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam ihnen eine grosse landschaftsprägende und ökologische Bedeutung zu. Heute gehören Streuobstwiesen zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas.

Die Arlesheimer Badhofwiese mit ihren hochstämmigen Apfelbäumen ist eine Streuobstwiese. Schon Dorfchronist Sütterlin beschreibt die Bedeutung der Obstbaumzucht für Arlesheim vor fast hundert Jahren - damals als wirtschaftlicher Faktor für die Landwirtschaft. Heute kommt der Badhofwiese in erster Linie eine ökologische Bedeutung zu.

Quelle: Schmetterlingslebensräume am Goetheanum

Lebensraum Totholz

Over 15'000 Blogs are reaching an audiance of over 12 Millions of readers: on october 15th is Blog Action Day and bloggers around the web will unite to put a single important issue on everyone’s mind - the environment.

The Wanderer von Arlesheim's theme is the importance of Coarse Woody Debris as a basis for the life of thousands of different species of animals, plants, fungi, lichen and algae. Approximately half of the time that a tree is in an ecosystem, it is dead wood. This coarse woody debris is essential to the ecological process in forests and, as it is playing a main role in the maintenance of biodiversity, it is an extremely important element in the terrestrial environment.

In september and october different fungi can be observed growing on coarse woody debris in Arlesheims famous English Garden, the Eremitage.


Totholz ist ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems Wald. Totholz ist die Lebensgrundlage tausender Arten von Tieren, höheren Pflanzen, Pilzen, Flechten und Algen und spielt eine grosse Rolle in der Naturverjüngung der Wälder. In den Monaten September und Oktober kann in der Eremitage beobachtet werden, wie verschiedene Pilzarten an liegendem Totholz wachsen.

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Ein toter Baum in der Eremitage, in der Nähe der Hohlen Felsen

Abgestorbene Bäume bieten noch über viele Jahre hinweg für die verschiedensten Organismen einen Lebensraum. Die Totholz bewohnenden Pilze sind sogenannte Fäulnisbewohner (saprophytische Pilze) und zersetzen das Holz abgestorbener Bäume. Das was allgemein als Pilz bezeichnet wird ist genau genommen nur der Fruchtkörper. Der Pilz selbst lebt im verborgenen, er besteht aus einem fein verzweigten Fadengeflecht, dem Myzel (das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet „unter der Erde Wachsendes"), welches lichtempfindlich ist und das abgestorbene Holz durchwuchert, um ihm Nährstoffe zu entziehen.

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Pilzbefallenes Totholz in der Eremitage

Dass im September und Oktober in der Eremitage die meisten Pilze zu beobachten sind, ist darauf zurückzuführen, das dass Verhältnis von Feuchtigkeit und Temperatur in dieser Jahreszeit für das Pilzwachstum am günstigen ist. Hohe Temperaturen und viel Feuchtigkeit fördern das Wachstum enorm.

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Das Wirken der Pilze schädigt das Holz und macht es morsch. Dies ist die Grundlage für die Besiedlung durch Käferlarven. Kathrin Hartmann und Eva Sprecher haben 1988 das Käfervorkommen im Naturschutzgebiet Eremitage untersucht und über 300 Arten unterschieden, wovon die Hälfte eigentliche Holzbewohner sind. Der bekannteste unter ihnen ist der Hirschkäfer. Seine Larven bevorzugen alte Eichenstrünke.

Das auf dem Boden liegende, vermodernde Totholz speichert Feuchtigkeit und bietet somit feuchtigkeitsliebenden Tieren in trockenen Jahreszeiten Rückzugsmöglichkeiten. Zu dieser Tiergruppe gehören auch eine ganze Reihe von Landschnecken.
  • Karin Schiegg Pasinelli und Werner Suter, Eidg. Forschungsanstalt Birmensdorf, Merkblatt Totholz

Naturkundlicher Exkursionsführer durch die Ermitage

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Der empfehlenswerte Exkursionsführer durch die Ermitage und Umgebung von Roland Lüthi beschreibt in einem einführenden, einem botanischen und einem zoologischen Teil das Naturschutzgebiet, dessen Kern der Landschaftsgarten Eremitage bildet.

Eine Artenliste bestimmter Pflanzen- und Tiergruppen sowie ein Übersichtsplan ergänzen den Exkursionsführer.

Dank Roland Lüthis Exkursionsführer ist es auch für Laien nicht schwierig, viele Tier- und Pflanzenarten in der Eremitage und Umgebung von den Wegen aus zu beobachten.

Der Grosse Leuchtkäfer in Arlesheim

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Glühwürmchenvorkommen in Arlesheim (2006): Fundstellen von Weibchen sind rot eingezeichnet, blau diejenigen von Männchen. Quelle

Vor einem Jahr - im Juni 2006 - veranlasste die Kober-Schwabe-Stiftung in Arlesheim eine Glühwürmchenzählung, welche die Grundlage für die Studie von Frau Dr. Eva Sprecher über das Vorkommen des Grossen Leuchtkäfers in Arlesheim bildete. Die Publikation enthält eine Bestandesaufnahme und Lageeinschätzung mit Empfehlungen zur Förderung und Schutz des Grossen Leuchtkäfers. Die Studie ist nun im Internet veröffentlicht.

Mancherlei Faktoren - so schreibt die Arlesheimerin Frau Inge Kober-Schwabe in ihrem Vorwort zur Studie - bedrohen das bei uns heimische Leuchtkäferchen; aber wir sind der Bedrohung unserer Zeit mit ihrer Technik und dem wirtschaftlichen Druck nicht macht- und hilflos ausgeliefert, jeder kann etwas dazu beitragen, dass unsere schönsten Träume nicht erlöschen, dass die Leuchtkäferchen weiterhin im Dunkeln schimmern wie lebendiges Licht.

Die Studie zeigt die Fragilität der Glühwürmchengesellschaft inmitten menschlicher Besiedlung auf. Gegen 50 Hinweise aus der Arleser Bevölkerung trugen dazu bei, dass die Leuchtkäferpopulation in Arlesheim untersucht werden konnte. Das Vorkommen ist als nicht besonders gross einzustufen, aber immerhin sind die Leuchtkäfer im ganzen Dorfgebiet nachweisbar. Verfolgt man die Fundorte, so lässt sich deutlich erkennen, dass sich das Vorkommen vor allem auf Orte konzentriert, wo naturnahe Gärten vorhanden sind. Von dicht besiedelten, vom Verkehr belasteten Zonen mit wenig Grünfläche liegen keine Nachweise vor. Die Beobachtungen erstreckten sich von Mitte Juni bis Ende Juli 2006, wobei die meisten Leuchtkäfer in der Zeit vom 19. Juni bis 15. Juli 2006 gesichtet wurden. Aus der Bevölkerung wurden gegen 120 Weibchen gemeldet - da nur sie leuchten, werden nur sie von blossem Auge erkannt. Diese Beobachtungen wurden grösstenteils in privaten Gärten gemacht,wobei die Gärten an der Ermitagestrasse 44, am Finkelerweg 6 und der alte Steinbruch oberhalb des Feuchtbiotops mit einer grösseren Anzahl leuchtender Weibchen hervorstachen. Um die männliche Population zu erforschen, wurden LED-Fallen (Lichtfallen) aufgestellt, welche mit ihrem grünen Licht Weibchen simulierten und so paarungswillige Männchen anlockten. Nach der Zählung wurden die Käfer unversehrt wieder frei gelassen. Insgesamt wurden auf diese Art gegen 90 Leuchtkäfer gezählt.

Leuchtkaefer
Nur die weiblichen Glühwürmchen leuchten. Sie sind unbeflügelt und locken so die paarungswilligen beflügelten Männchen an.

Als mögliche Gründe für den Rückgang der Leuchtkäferpopulation nennt die Autorin der Studie die Lichtverschmutzung, ungeeigneter Lebensraum infolge Wegfalls von Strukturvielfalt in Gärten und der naturfernen Zivilisationslandschaft. Ein Rückgang des Leuchtkäferbestandes in Arlesheim verlief wahrscheinlich parallel mit der Ausdehnung der Siedlungsfläche und der zunehmenden Umweltbelastung, schreibt Frau Dr. Eva Sprecher. Wo kein geeigneter Lebensraum vorhanden ist, haben Glühwürmchen keine Überlebenschancen. Auch Lichtquellen können stören und das Leuchten der Leuchtkäfer übertönen, denn das Licht der Leuchtkäfer ist der völligen Dunkelheit angepasst.

Die Studie von Frau Dr. Sprecher über Arlesheims Glühwürmchenvorkommen kommt zu folgendem Schluss: Nebst der Bekämpfung der Lichtverschmutzung spielen private Gärten eine wichtige Rolle für die Erhaltung der Glühwürmchenpopulation. Entscheidend ist eine naturnahe Pflege und ein Reichtum an Strukturen (siehe auch: Misch dich nicht ein - Sieben Regeln für faules Gärtnern. Glühwürmchen wurden auch an Strassenborden, Waldrändern und Wiesen gefunden; auch diesen Grünflächen ist daher Beachtung zu schenken. Zur Rolle der privaten Gärten für die Glühwürmchenpopulation in Arlesheim hat Frau Dr. Sprecher in einem Interview mit dem Wanderer wichtige Hinweise gegeben.

Am Freitag, 29. Juni 2007, findet ein Leuchtkäfer-Nachtspaziergang statt. Frau Dr. Eva Sprecher begleitet alle Interessierten auf der Suche nach Glühwürmchen. Treffpunkt: 22 Uhr, Bachrechen. Die Exkursion dauert eine Stunde und wird vom Naturschutzverein Arlesheim organisiert.

"Ein Reiher schreitet stolz auf hohen Beinen ..."

An den Weihern der Eremitage sind regelmässig ein bis zwei Graureiher zu beobachten.
Im Mittelalter hoch geschätzt und als sogenannter Beizvogel (für die Falknerei verwendeter Greifvogel) der "Hohen Jagd" (dem Adel vorbehaltene Jagd auf Hochwild wie Hirsch oder Wildschwein) vorbehalten, wurde der Graureiher bis ins 20. Jahrhundert intensiv bejagt. Seit 1926 ist er in der Schweiz unter Schutz gestellt, nachdem sein Bestand durch Fischer, die ihn hartnäckig verfolgten, und durch die Trockenlegung von Feuchtgebieten massiv dezimiert wurde. Namhafte Schäden an den Fischbeständen richten Graureiher aber nur in unnatürlichen Gewässern wie begradigten, kahlen Bachläufen und Fischzuchten an. Wenn die Fische geeignete Plätze zum Ablaichen und genügend Versteckmöglichkeiten finden, so kann der Graureiher den Fischbestand nicht schädigen.

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Die Fütterung der Wasservögel und Fische durch die Besuchenden der Eremitage hat dazu beigetragen, dass sich die Fluchtdistanz des Reihers mehr und mehr verringert hat. Regelmässig kann er beobachtet werden, wie er darauf wartet, dass die Fische gefüttert werden, um nach ihnen zu schnappen.

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Dass der Reiher im Mittelalter in noblen Kreisen verkehrte und die adlige Gesellschaft auf die Jagd begleitete, dürfte seinen Auftritt als hochmütiges Fabeltier begünstigt haben: Dem grossen französischen Dichter Jean de La Fontaine (1621 - 1695), der in seinen Fabeln einen skeptischen Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Zeit wirft, dient der Reiher zur Beschreibung von Hochmut, Stolz und Verächtlichkeit:
Der Reiher

Ein Reiher schreitet stolz auf hohen Beinen, und reckt und streckt dabei den Hals, den feinen, an eines Baches Bord entlang. Die Sonne lacht, im klaren Wasser tummeln sich fröhlich Hechte, dicke Karpfen bummeln und bieten sich zu leichtem Fang.

Der Reiher aber lässt im Wohlbehagen sich gar nicht stören, denkt: für meinen Magen ist es noch nicht die rechte Zeit; die Leckerbissen will ich mir erjagen, wenn's mit dem Hunger ist soweit.
So sonnt er träumend sich auf einem Bein. Da stellt der Hunger sich ganz plötzlich ein. Voll Appetit äugt er ins Wasser, wär' gern jetzt Hecht- und Karpfenprasser, doch schmale Schleien kann er nur entdecken. "Solch Bettelmahl soll einem Reiher schmecken?" Verächtlich pfeift er: "Gut, so wart' ich noch!" Die Schleien schwimmen fort, und aus dem Loch vom Grund ein Gründling flirrt empor, kaum fingerlang und dünn wie Rohr.

"Den Schnabel aufzutun nach solchem Dreck fällt keinem Reiher ein, drum schert euch weg! Ich werd' mich zu gedulden wissen für einen würd'gen Leckerbissen."

Bald steht er, hungersmatt, auf beiden Beinen; umsonst! kein einziger Fisch will mehr erscheinen.
Was nun? ... Er schwankt zur nahen Wiesenecke, frisst gierig-froh dort eine bitt're Schnecke!

Wer gar zu anspruchsvoll begehrt zu jeder Zeit den höchsten Wert, wird manchesmal zu guter Letzt durch allerkleinste Ding ergötzt.

Der Flurtümpel am Rande der Eremitage

In der Eremitage finden sich 15'000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten von zirka 73'000 in der ganzen Schweiz: Im Mai/Juni leuchten die kleinen weissen Blüten des Haarblättrigen Wasserhahnenfusses im Flurtümpel.

Wer in der Eremitage bis zum oberen Weiher wandert, der gelangt - in der Nähe des Dreiröhrenbrunnens - an den Flurtümpel, in dem mehrere Wasserpflanzen gedeihen. Im Mai/Juni sind vom Weg aus die kleinen weissen Blüten des Haarblättrigen Wasserhahnenfusses (Ranunculus trichophyllus ) erkennbar:

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unten im Bild ist eine kleinere sumpfige Fläche, der Flurtümpel, erkennbar

Arlesheim-Eremitage-Flurtuempel
Die Blüten des Haarblättrigen Wasserhahnenfusses sind sehr klein und nur bei genauem Hinschauen vom Weg aus erkennbar

Haarblaettriger-Wasserhahnenfuss-Ermitage-Arlesheim
Zoom in den Flurtümpel

Der Flurtümpel ist auch Lebensraum für die Wasserminze; aus einer Kreuzung der Wasserminze (Mentha aquatica) mit der Grünen Minze (Mentha spicata) ging 1696 in einem Arzneigarten in England die Pfefferminze (Mentha piperita) hervor. Die Scharfkantige Segge erreicht Wuchshöhen von etwa 30 bis 120, zuweilen bis 150 Zentimetern und bildet im Bereich des Flurtümpels sehr lange, kräftige und dicke und tiefreichende Ausläufer (Rhizome). Im August wird im Flurtümpel der Einfache Igelkolben anzutreffen sein.

Roland-Luethi-Exkursionsfuehrer-Ermitage-ArlesheimDer empfehlenswerte Exkursionsführer durch die Ermitage und Umgebung von Roland Lüthi beschreibt in einem einführenden, einem botanischen und einem zoologischen Teil das Naturschutzgebiet, dessen Kern der Landschaftsgarten Eremitage bildet.
Eine Artenliste bestimmter Pflanzen- und Tiergruppen sowie ein Übersichtsplan ergänzen den Exkursionsführer.

Dank Roland Lüthis Exkursionsführer ist es auch für Laien nicht schwierig, viele Tier- und Pflanzenarten in der Eremitage und Umgebung von den Wegen aus zu beobachten.

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