Dom

Das Arleser Vlies

Der Arlesheimer Dom wird aussen renoviert. Zwischen dem 17. August und Ende November 2009 werden Arbeiten am Dach ausgeführt, Schäden an der Fassade behoben und das Gebäude umfassend gereinigt. Zu diesem Zweck muss vor der Westfront des Domes ein Gerüst aufgebaut werden, das den Blick auf die Fassade vom Domplatz her versperrt, teilt die römisch-katholische Kirchgemeinde mit.

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Aus Sicherheitsgründen muss das Gerüst mit einem Vlies bespannt werden. Der Baubeauftragte des katholischen Kirchgemeinderates, Alois Schmidlin, hatte die Idee, auf das 700 m² grosse Vlies ein Foto des Domes drucken zu lassen. So können die vielen auswärtigen Besucher, die den Arlesheimer Dom täglich sehen möchten, dessen wunderschöne Fassade trotz Umbau geniessen.

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Ein Foto, das sich für eine so gigantische Vergrösserung eignet, lieferte Roland Zumbühl (www.picswiss.ch).

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Nach Beendigung der Domrenovation will die Kirchgemeinde das Vlies von einer gemeinnützigen Werkstätte zu Gebrauchsgegenständen (z.B. Handtaschen oder Rucksäcke) verarbeiten lassen. Der Verkaufserlös soll in die Domrenovationskasse fliessen.

Das Projekt wird von drei Sponsoren finanziert: der EBM Münchenstein, dem Gasverbund Mittelland AG (GVM) Arlesheim und der Raiffeisenbank Arlesheim.

Heri et hodie

Fassadenrenovation am Dom zu Arlesheim:
gestern ...

Dom-Arlesheim-Renovation-
Foto © Wanderer von Arlesheim

... und heute:

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Foto © Roland Zumbühl, 2009. Fotoquelle
Mit bestem Dank für die Genehmigung zur unentgeltlichen Verwendung.

Nach Pruntrut und Eichstätt: Eberstein in Arlesheim

Am Sonntag, 20. September 2009, findet um 17 Uhr die Vernissage zur Ausstellung Christian Franz von Eberstein (1719 - 1797): Domherr in Arlesheim, Gelehrter - Sammler - Bücherfreund in der Trotte statt.

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"Gebiss eines sehr kleinen Hais". Aus Ebersteins Naturalienkabinett: Eberstein baute nebst seiner reichen Bibliothek auch eine kleine Kunstsammlung und ein Naturalienkabinett auf. Bildquelle

Mehr zur Ausstellung:

Domkonzerte: Programm veröffentlicht

Dom-Arlesheim-Konzerte-2009
Auf dem Titel: "Arlesheim im Bisthum Basel, von Morgen anzusehen, gezeichnet am 1. 7bris (Septembris) 1754 von Em. Büchel"

Die Kommission für Konzerte im Dom zu Arlesheim, bestehend aus Nelly Batliner, Carmen Ehinger, Felix Good, Peter Koller und Jean-Claude Zehnder, hat das Programm für 2009 veröffentlicht.

Mittwoch, 6. Mai 2009
Resurrexit mit Michael Radulescu an der Silbermann-Orgel

Freitag, 19. Juni 2009
The Messiah von Georg Friedrich Händel mit dem Chor des Gymnasium Münchenstein

Mittwoch, 12. August 2009
Traverso ed Organo mit Claire Genewein, Traversflöte und Nicoleta Paraschivescu, Orgel

Sonntag, 20. September 2009
Verleih uns Frieden gnädiglich mit Jean-Claude Zehnder an der Silbermann-Orgel
  • Die Konzerte beginnen jeweils um 19.30 Uhr.
  • Vorverkauf: "Die Sichelharfe", Arlesheim und Buchhandlung Bider & Tanner, Basel.
Das detaillierte Programm findet sich auf der Webseite der katholischen Kirche.

Bach und Silbermann

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Silbermannorgel im Dom zu Arlesheim, Foto ritsch48, flickr

Die Volkshochschule beider Basel bietet am 3. und 10. Juni den Kurs Silbermann und Bach an. Wie klingt Bach auf der Johann-Andreas-Silbermann-Orgel in Arlesheim? Jean-Claude Zehnder, Dr.h.c., Domorganist Arlesheim, Dozent an der Musikakademie und Peter Koller, ehemaliger Musikschulleiter und Organist am Dom zu Arlesheim plaudern aus der Schule; dazu natürlich ein Stück Musikgeschichte und eine Prise Bach-Analyse.

Orgelkalender 2009

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Im St.Benno-Verlag ist der Kalender Die schönsten Orgeln 2009 erschienen. Im Monat Dezember 09 wird die Silbermann-Orgel im Dom von Arlesheim vorgestellt.

Zum Kalender gehört eine CD, auf welcher die vorgestellten Orgeln von ihren Organisten zum Erklingen kommen. Jean-Claude Zehnder spielt auf der Silbermann-Orgel den 4. Satz der Pastorella von Johann Sebastian Bach (BWV 590). Das Kalenderblattfoto stammt von Franz-Josef Stiele-Werdermann, Konstanz.

Youtube: Bine Bryndorf live auf der Arlesheimer Silbermannorgel



User Roggenbach hat einen Ausschnitt aus dem Konzert im Dom von Arlesheim vom 23. August 2008 auf Youtube veröffentlicht. Bine Bryndorf spielt aus der Fantasie in G-Dur von J. S. Bach, BWV 572.

Pozzi, ein Wanderstukkateur

In ihrem kürzlich erschienenen Buch beschreibt Ursula Stevens Leben und Werk des Tessiner Wanderstukkateurs Francesco Pozzi. Während dreier Jahre (1759 - 1761) schmückte Pozzi mit Hilfe seiner Söhne den gesamten Innenraum, den Hochaltar und die sechs Seitenaltäre des Doms von Arlesheim mit Stukkaturen. Die Arbeit gilt als eines seiner Hauptwerke. Für Arlesheim von Interesse: Der Autorin gelingt erstmals der Nachweis, dass der im Dom verwendete Marmor aus Italien stammt.

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Tessin - Land der ausgewanderten Künstler. Diesen Titel verleiht die Autorin Ursula Stevens der Sonnenstube der Schweiz. Unzählig sind die Werke, die Tessiner Architekten, Bildhauer, Stukkateure und Maler im Ausland geschaffen haben. Ursula Stevens beschreibt in ihrem kürzlich erschienenen Buch Leben und Werk des Wanderstukkateurs Francesco Pozzi, der 1704 in Bruzella/TI zur Welt kam:

In dem kleinen Dorf im Valle di Muggio gab es keine öffentliche Schule; Francesco Pozzi lernte Schreiben und Rechnen im Familienkreis und beim Dorfpfarrer. Wie damals üblich begann er etwa mit 12 Jahren eine fünfjährige Lehre in einer Stukkateurwerkstatt. Sein Grossvater, sein Onkel und sein Grossonkel übten bereits den Beruf des Stukkateurs aus.

Eventuell war es auch sein Grossonkel, Giovan Pietro Magni (1655 - 1723), der ihn ausbildete, denn dieser kehrte nach über 20 Jahren Tätigkeit als Stukkateur im Raum Baureuth, Bamberg und Würzburg nach Bruzella zurück.

Nicht eindeutig geklärt ist, wo sich Francesco Pozzi zwischen 1721 und 1729 aufgehalten hat. In der Literatur findet Francesco Pozzi erstmals 1730 Erwähnung, als er die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Architekten Johann Caspar Bagnato begann, die fast 30 Jahre, bis zum Tode Bagnatos, andauerte.

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Castel San Pietro

1728 heiratete Francesco Pozzi die ebenfalls aus einer Künstlerfamilie stammende Ursula Petoni aus Castel San Pietro/TI. Die Eheleute hatten 10 Kinder. Erst im Alter von 52 Jahren konnte Pozzi mit seiner Familie festen Wohnsitz in Castel San Pietro nehmen. Er bekleidete öffentliche Ämter und brachte es zu Wohlstand. So besass er bei seinem Tod im Jahr 1789 mehrere Häuser, Grundstücke und Weinberge.

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Dom von Arlesheim: Detail Stukkatur

Stuck wird hergestellt aus einer Mischung von Gips, Kalk, Marmorpulver und gewaschenem Quarzsand. Diese Mischung wird mit Wasser, Leim, Mandelöl und manchmal auch Wein zu einem Brei gerührt. Die feuchte Masse wird mit Kellen, Spachteln, Modellierhölzern oder direkt von Hand zu kleinen bis mittelgrossen Figuren, Reliefs, Ornamenten und Deckendekorationen geformt.

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Dom von Arlesheim: Stukkaturen voller Harmonie und Leichtigkeit

Die Abkehr vom in der Renaissance und im Hochbarock dominierenden Bau von eindrucksvollen Kirchengebäuden mit gewaltigen Ausmassen hin zum menschlichen Mass liess der Gestaltung des Innenraums eine neue Bedeutung zukommen. Im Zeitalter des Rokoko (von franz. "rocaille", Muschelschale)zeichneten Geborgenheit, Wärme, Harmonie und Leichtigkeit die Gebäude aus. Weiche, runde, fliessende Formen bildeten den Übergang von Architektur und Dekoration. Die Zusammenarbeit von Architekten, Malern und weiteren Spezialisten, zu denen auch die Stukkateure zählten, war unerlässlich. So arbeiteten oft auch Pozzi und Bagnato unterstützt vom Maler Appiani erfolgreich als Team.

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Dom von Arlesheim, Stukkaturen von Francesco Pozzi

Nach Arbeiten u.a. in Altshausen (Schloss und Schlosskirche), Mainau (Schloss und Kirche), Obermarchtal (Kloster), Bischofszell (Rathaus) erhielt Francesco Pozzi 1759 das Angebot, im renovierten Dom die Dekoration des gesamten Innenraums, des Hautpaltars un der sechs Seitenaltäre zu übernehmen. Begleitet wurde er von seinen beiden Söhnen, die seit Obermarchtal mit ihm zusammen arbeiteten, dem Sohn Bagnatos und dem Maler Joseph Ignaz Appiani. Die Arbeiten im Dom von Arlesheim dürfen als Zeugnis der von Leichtigkeit und Eleganz geprägten Stukkateurskunst Pozzis gelten.

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Dom von Arlesheim: Ergebnis der Teamarbeit von Architekt, Maler und Stukkateur

Für Arlesheim besonders interessant ist der Umstand, dass die Autorin Ursula Stevens einen Beleg für den Import des im Dom verwendeten Marmors gefunden hat: Für die Kanzel und die Altäre liess Francesco Pozzi neun Sorten echten Marmors aus Italien herbeischaffen.
  • Ursula Stevens, Francesco Pozzi. 1704 -Bruzella - 1789 Castel San Pietro. Ein Wanderstukkateur aus dem Tessin, 2007

Das Venice Baroque Orchestra im Dom

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Venice Baroque Orchestra, Foto: Nana Watanabe / Sony Classical

Am 9. April 2008 eröffnet das Venice Baroque Orchestra die Saison der Domkonzerte 2008.

Auf dem Programm sind Werke von Bach, Händel (Orgelkonzert), Albinoni (Oboenkonzert) und Pergolesi (Stabat Mater). Leitung und Orgel: Andrea Marcon.

Pergolesis Stabat Mater war sein letztes Werk und gilt als das im 18. Jahrhundert am häufigsten gedruckte Musikstück.

Konzertbeginn: 19.30 Uhr

René Saorgin auf der Silbermann-Orgel

Buxtehude
Harmonia mundi veröffentlicht Buxtehude, gespielt von René Saorgin, neu auf CD. Teilweise aufgenommen im Dom von Arlesheim, auf der Silbermann-Orgel

Das Jahr 2007 stand im Zeichen des vor drei Jahrhunderten geborenen Dieterich Buxtehude. 1970 legte Harmonia mundi France die Gesamtaufnahme von Buxtehudes Orgelwerk durch den 1928 in Cannes geborenen, bei Maurice Duruflé ausgebildeten Organisten René Saorgin vor. Seine vielgerühmte, nun auf fünf (LP-schwarzen) CDs in apart gestalteter, von einem umfangreichen Booklet begleiteter Box wieder vorgelegte Einspielung bestätigt ihre künstlerische Überzeugungskraft und die in den Dienst des einzelnen Werks und dessen Architektur gestellte Klangphantasie.

Gewicht kommt dem Album nicht zuletzt zu durch die vier in ihrem Grundbestand aus dem 17./18. Jahrhundert stammenden historischen Instrumente, deren sich Saorgin bediente: die Orgeln der Sint Laurenskerk von Alkmaar und der Groote Kerk von Zwolle (Holland), der St. Nikolaus-Kirche von Altenbruch (Deutschland) und des Doms von Arlesheim.

Die überlegt durchmischte Verteilung der 40 Choralbearbeitungen, 18 Praeludien, 3 Toccaten, der je 2 Canzoni, Ciaconen und Fugen und weiterer 4 Einzelwerke auf die CDs ergibt fünf «komponierte» Rezitals mit einem der gewichtigsten Œuvre der Orgelliteratur.

Der Wanderer von Arlesheim

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