Natur

Leuchtkäfer in Arlesheim: neuer Bericht für 2007 und 2008

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2007 wurden erstmals Leuchtkäfer auf dem Gelände des alten Friedhofs bei der Trotte gesichtet.

2006 wurde erstmals eine ausführliche Untersuchung der Leuchtkäfervorkommen in Arlesheim durchgeführt. Das Resultat zeigte damals, dass der Grosse Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca) im ganzen Gebiet von Arlesheim vorkommt, allerdings in nur geringer Zahl. Daten aus früheren Jahren liegen keine vor, sodass keine Vergleiche mit der einstigen Lage gemacht werden können. Dr. Eva Sprecher-Uebersax, Naturhistorisches Museum Basel, hat einen neuen Bericht über die Lage der Arlesheimer Leuchtkäfer in den Jahren 2007 und 2008 verfasst.

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Leuchtkäfer, Männchen (Foto Dr. Eva Sprecher, Naturhistorisches Museum Basel)

Nach der Untersuchung von 2006, an der die Bevölkerung mit zahlreichen Meldungen rege teilnahm, wurden 2007 und 2008 wieder Aufrufe publiziert, mit der Bitte, Beobachtungen von Leuchtkäfern zu melden. Der Rücklauf war jedoch bedeutend geringer; einer der Gründe dürfte in den deutlich schlechteren Wetterbedingungen in der Glühwürmchen-Zeit zu suchen sein.

Insgesamt trafen relativ wenige Meldungen aus der Bevölkerung ein. Dennoch dokumentieren sie ein recht gleichmässiges, wenn auch eher kleines Vorkommen der Leuchtkäfer in ganz Arlesheim. Neu gemeldete Fundorte befinden sich am Rainweg, am Bruggweg, an der Terrassenstrasse und beim alten Friedhof bei der Trotte. Während der Rainweg und auch der alte Friedhof bei der Trotte sich gut in die Region mit den 2006 am meisten gemeldeten Leuchtkäfern einfügen, sind die beiden andern Fundorte recht interessant, da 2006 von dieser Gegend keine Meldungen eintrafen.

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Leuchtkäfer, Larve (Foto Dr. Eva Sprecher, Naturhistorisches Museum Basel)

Wie bereits 2006 ergingen Hinweise über Vorkommen an folgenden Standorten in Arlesheim: Obere Holle, Hollenweg, Finkelerweg, Nähe Waldrand, Schleife (Ermitagestrasse), Amselweg, Spitalholzweg, Hinter dem Saal und Zinnhagweg.

Weniger Meldungen bedeuten nicht gleich weniger Tiere und man kann nach so kurzer Zeit sicher nicht von einem Rückgang reden, denn die von den Leuchtkäfern bevorzugten schwülwarmen Abende waren 2007 und 2008 deutlich weniger häufig als 2006.

Die mit der Erhebung der Arlesheimer Leuchtkäferpopulation betraute Eva Sprecher stellt fest, dass künstliche Lichtquellen die Partnerfindung bei den Leuchtkäfern stören können. Obwohl in Arlesheim nie Leuchtkäfermännchen an künstlichen Lichtquellen wie Strassenlampen beobachtet wurden, ist es dennoch denkbar, dass auch hier solche Lichter die Männchen ablenken und desorientieren. Die Lichterflut stellt zweifelsohne eine beträchtliche Störung für Leuchtkäfer dar und erschwert das Auffinden der begattungswilligen Weibchen.

Besten Dank an Frau Dr. Eva Sprecher vom Naturhistorischen Museum Basel für das Zurverfügungstellen des Berichts und der Fotos von Leuchtkäfern aus dem Museumsfundus.

Alte Gärten - Alte Gärtner

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Alte Gärten - Alte Gärtner. Die Arlesheimer Autorin und Naturschützerin Inge Kober hat einige Gedanken zum Altersgarten aufgezeichnet:

Heute, in hohem Alter, bin ich immer noch täglich im Garten tätig, und die Lebensfreude, die mir mein Garten schenkt, möchte ich versuchen zu vermitteln, als Dank, in erster Linie an die Natur, schreibt Inge Kober und fährt fort: Aber: "Zwei Seelen, ach, fühl ich in meiner Brust", die eine ist die Gärtnerseele und die andere die Naturschutzseele, und diese zwei liegen sich oft arg in den Haaren, ziemlich streitbar. Eine Gratwanderung! Aber im Alter unterliegt der Gärtner immer öfter und die Naturschutzseele schwingt obenauf. Und: im Alter wird man toleranter, auch denen gegenüber, die der Mensch als "Un"-kräuter und "Un"-geziefer bezeichnet. Über dieses Tolerantwerden im Garten und was man dabei gewinnt, handelt dieses Buch.

Inge Kober beschreibt Gärten voller Schätze, Gärtnerinnen und Gärtner, die ihr Herzblut an ihren Garten vergeben oder vergeben haben - in Arlesheim und anderswo. Der Lesende begegnet dem Wandgarten, dem Laborgarten, dem Topfgarten oder der Poesie im Altersgarten und lernt vom Nutzen der Wildbienenvillen oder dass Mörtelwespen, Seidenbienen, Wollbienen und Kuckucksbienen die Arleser Artenvielfalt bereichern.

Zu kaufen für Fr. 24.-- in der Buchhandlung Nische am Dorfplatz. Die Einnahmen aus dem Verkauf des Buches kommen der Kober-Schwabe-Stiftung für Natur- und Landschaftsschutz zu Gute.

Grosser Fuchs beim Sonnenbaden

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Grosser Fuchs beim Sonnenbaden in der Nähe der Gärtnerei am Goetheanum in Dornach, Aufnahme vom 26. Februar 2008, Quelle

Dank den milden Temperaturen in der letzten Februarwoche konnte der erst seit 2006 wieder häufiger auftretende Grosse Fuchs (Nymphalis polychloros) in Dornach in der Nähe der Gärtnerei des Goetheanums beobachtet werden. Der Grosse Fuchs überwintert als Falter und kommt mit den ersten wärmeren Sonnenstrahlen aus seinem Ruheversteck. Die Raupe des Grossen Fuchses wurde in den letzten Jahrzehnten chemisch bekämpft, was zum Rückgang der Population führte. Zudem ist der Rückgang der Streuobstwiesen ein weiterer Grund, warum der Falter immer weniger anzutreffen ist. Auf Streuobstwiesen stehen hochstämmige Obstbäume meist unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Arten und Sorten. Im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam ihnen eine grosse landschaftsprägende und ökologische Bedeutung zu. Heute gehören Streuobstwiesen zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas.

Die Arlesheimer Badhofwiese mit ihren hochstämmigen Apfelbäumen ist eine Streuobstwiese. Schon Dorfchronist Sütterlin beschreibt die Bedeutung der Obstbaumzucht für Arlesheim vor fast hundert Jahren - damals als wirtschaftlicher Faktor für die Landwirtschaft. Heute kommt der Badhofwiese in erster Linie eine ökologische Bedeutung zu.

Quelle: Schmetterlingslebensräume am Goetheanum

Lebensraum Totholz

Over 15'000 Blogs are reaching an audiance of over 12 Millions of readers: on october 15th is Blog Action Day and bloggers around the web will unite to put a single important issue on everyone’s mind - the environment.

The Wanderer von Arlesheim's theme is the importance of Coarse Woody Debris as a basis for the life of thousands of different species of animals, plants, fungi, lichen and algae. Approximately half of the time that a tree is in an ecosystem, it is dead wood. This coarse woody debris is essential to the ecological process in forests and, as it is playing a main role in the maintenance of biodiversity, it is an extremely important element in the terrestrial environment.

In september and october different fungi can be observed growing on coarse woody debris in Arlesheims famous English Garden, the Eremitage.


Totholz ist ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems Wald. Totholz ist die Lebensgrundlage tausender Arten von Tieren, höheren Pflanzen, Pilzen, Flechten und Algen und spielt eine grosse Rolle in der Naturverjüngung der Wälder. In den Monaten September und Oktober kann in der Eremitage beobachtet werden, wie verschiedene Pilzarten an liegendem Totholz wachsen.

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Ein toter Baum in der Eremitage, in der Nähe der Hohlen Felsen

Abgestorbene Bäume bieten noch über viele Jahre hinweg für die verschiedensten Organismen einen Lebensraum. Die Totholz bewohnenden Pilze sind sogenannte Fäulnisbewohner (saprophytische Pilze) und zersetzen das Holz abgestorbener Bäume. Das was allgemein als Pilz bezeichnet wird ist genau genommen nur der Fruchtkörper. Der Pilz selbst lebt im verborgenen, er besteht aus einem fein verzweigten Fadengeflecht, dem Myzel (das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet „unter der Erde Wachsendes"), welches lichtempfindlich ist und das abgestorbene Holz durchwuchert, um ihm Nährstoffe zu entziehen.

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Pilzbefallenes Totholz in der Eremitage

Dass im September und Oktober in der Eremitage die meisten Pilze zu beobachten sind, ist darauf zurückzuführen, das dass Verhältnis von Feuchtigkeit und Temperatur in dieser Jahreszeit für das Pilzwachstum am günstigen ist. Hohe Temperaturen und viel Feuchtigkeit fördern das Wachstum enorm.

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Das Wirken der Pilze schädigt das Holz und macht es morsch. Dies ist die Grundlage für die Besiedlung durch Käferlarven. Kathrin Hartmann und Eva Sprecher haben 1988 das Käfervorkommen im Naturschutzgebiet Eremitage untersucht und über 300 Arten unterschieden, wovon die Hälfte eigentliche Holzbewohner sind. Der bekannteste unter ihnen ist der Hirschkäfer. Seine Larven bevorzugen alte Eichenstrünke.

Das auf dem Boden liegende, vermodernde Totholz speichert Feuchtigkeit und bietet somit feuchtigkeitsliebenden Tieren in trockenen Jahreszeiten Rückzugsmöglichkeiten. Zu dieser Tiergruppe gehören auch eine ganze Reihe von Landschnecken.
  • Karin Schiegg Pasinelli und Werner Suter, Eidg. Forschungsanstalt Birmensdorf, Merkblatt Totholz

Naturkundlicher Exkursionsführer durch die Ermitage

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Der empfehlenswerte Exkursionsführer durch die Ermitage und Umgebung von Roland Lüthi beschreibt in einem einführenden, einem botanischen und einem zoologischen Teil das Naturschutzgebiet, dessen Kern der Landschaftsgarten Eremitage bildet.

Eine Artenliste bestimmter Pflanzen- und Tiergruppen sowie ein Übersichtsplan ergänzen den Exkursionsführer.

Dank Roland Lüthis Exkursionsführer ist es auch für Laien nicht schwierig, viele Tier- und Pflanzenarten in der Eremitage und Umgebung von den Wegen aus zu beobachten.

Der Grosse Leuchtkäfer in Arlesheim

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Glühwürmchenvorkommen in Arlesheim (2006): Fundstellen von Weibchen sind rot eingezeichnet, blau diejenigen von Männchen. Quelle

Vor einem Jahr - im Juni 2006 - veranlasste die Kober-Schwabe-Stiftung in Arlesheim eine Glühwürmchenzählung, welche die Grundlage für die Studie von Frau Dr. Eva Sprecher über das Vorkommen des Grossen Leuchtkäfers in Arlesheim bildete. Die Publikation enthält eine Bestandesaufnahme und Lageeinschätzung mit Empfehlungen zur Förderung und Schutz des Grossen Leuchtkäfers. Die Studie ist nun im Internet veröffentlicht.

Mancherlei Faktoren - so schreibt die Arlesheimerin Frau Inge Kober-Schwabe in ihrem Vorwort zur Studie - bedrohen das bei uns heimische Leuchtkäferchen; aber wir sind der Bedrohung unserer Zeit mit ihrer Technik und dem wirtschaftlichen Druck nicht macht- und hilflos ausgeliefert, jeder kann etwas dazu beitragen, dass unsere schönsten Träume nicht erlöschen, dass die Leuchtkäferchen weiterhin im Dunkeln schimmern wie lebendiges Licht.

Die Studie zeigt die Fragilität der Glühwürmchengesellschaft inmitten menschlicher Besiedlung auf. Gegen 50 Hinweise aus der Arleser Bevölkerung trugen dazu bei, dass die Leuchtkäferpopulation in Arlesheim untersucht werden konnte. Das Vorkommen ist als nicht besonders gross einzustufen, aber immerhin sind die Leuchtkäfer im ganzen Dorfgebiet nachweisbar. Verfolgt man die Fundorte, so lässt sich deutlich erkennen, dass sich das Vorkommen vor allem auf Orte konzentriert, wo naturnahe Gärten vorhanden sind. Von dicht besiedelten, vom Verkehr belasteten Zonen mit wenig Grünfläche liegen keine Nachweise vor. Die Beobachtungen erstreckten sich von Mitte Juni bis Ende Juli 2006, wobei die meisten Leuchtkäfer in der Zeit vom 19. Juni bis 15. Juli 2006 gesichtet wurden. Aus der Bevölkerung wurden gegen 120 Weibchen gemeldet - da nur sie leuchten, werden nur sie von blossem Auge erkannt. Diese Beobachtungen wurden grösstenteils in privaten Gärten gemacht,wobei die Gärten an der Ermitagestrasse 44, am Finkelerweg 6 und der alte Steinbruch oberhalb des Feuchtbiotops mit einer grösseren Anzahl leuchtender Weibchen hervorstachen. Um die männliche Population zu erforschen, wurden LED-Fallen (Lichtfallen) aufgestellt, welche mit ihrem grünen Licht Weibchen simulierten und so paarungswillige Männchen anlockten. Nach der Zählung wurden die Käfer unversehrt wieder frei gelassen. Insgesamt wurden auf diese Art gegen 90 Leuchtkäfer gezählt.

Leuchtkaefer
Nur die weiblichen Glühwürmchen leuchten. Sie sind unbeflügelt und locken so die paarungswilligen beflügelten Männchen an.

Als mögliche Gründe für den Rückgang der Leuchtkäferpopulation nennt die Autorin der Studie die Lichtverschmutzung, ungeeigneter Lebensraum infolge Wegfalls von Strukturvielfalt in Gärten und der naturfernen Zivilisationslandschaft. Ein Rückgang des Leuchtkäferbestandes in Arlesheim verlief wahrscheinlich parallel mit der Ausdehnung der Siedlungsfläche und der zunehmenden Umweltbelastung, schreibt Frau Dr. Eva Sprecher. Wo kein geeigneter Lebensraum vorhanden ist, haben Glühwürmchen keine Überlebenschancen. Auch Lichtquellen können stören und das Leuchten der Leuchtkäfer übertönen, denn das Licht der Leuchtkäfer ist der völligen Dunkelheit angepasst.

Die Studie von Frau Dr. Sprecher über Arlesheims Glühwürmchenvorkommen kommt zu folgendem Schluss: Nebst der Bekämpfung der Lichtverschmutzung spielen private Gärten eine wichtige Rolle für die Erhaltung der Glühwürmchenpopulation. Entscheidend ist eine naturnahe Pflege und ein Reichtum an Strukturen (siehe auch: Misch dich nicht ein - Sieben Regeln für faules Gärtnern. Glühwürmchen wurden auch an Strassenborden, Waldrändern und Wiesen gefunden; auch diesen Grünflächen ist daher Beachtung zu schenken. Zur Rolle der privaten Gärten für die Glühwürmchenpopulation in Arlesheim hat Frau Dr. Sprecher in einem Interview mit dem Wanderer wichtige Hinweise gegeben.

Am Freitag, 29. Juni 2007, findet ein Leuchtkäfer-Nachtspaziergang statt. Frau Dr. Eva Sprecher begleitet alle Interessierten auf der Suche nach Glühwürmchen. Treffpunkt: 22 Uhr, Bachrechen. Die Exkursion dauert eine Stunde und wird vom Naturschutzverein Arlesheim organisiert.

"Ein Reiher schreitet stolz auf hohen Beinen ..."

An den Weihern der Eremitage sind regelmässig ein bis zwei Graureiher zu beobachten.
Im Mittelalter hoch geschätzt und als sogenannter Beizvogel (für die Falknerei verwendeter Greifvogel) der "Hohen Jagd" (dem Adel vorbehaltene Jagd auf Hochwild wie Hirsch oder Wildschwein) vorbehalten, wurde der Graureiher bis ins 20. Jahrhundert intensiv bejagt. Seit 1926 ist er in der Schweiz unter Schutz gestellt, nachdem sein Bestand durch Fischer, die ihn hartnäckig verfolgten, und durch die Trockenlegung von Feuchtgebieten massiv dezimiert wurde. Namhafte Schäden an den Fischbeständen richten Graureiher aber nur in unnatürlichen Gewässern wie begradigten, kahlen Bachläufen und Fischzuchten an. Wenn die Fische geeignete Plätze zum Ablaichen und genügend Versteckmöglichkeiten finden, so kann der Graureiher den Fischbestand nicht schädigen.

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Die Fütterung der Wasservögel und Fische durch die Besuchenden der Eremitage hat dazu beigetragen, dass sich die Fluchtdistanz des Reihers mehr und mehr verringert hat. Regelmässig kann er beobachtet werden, wie er darauf wartet, dass die Fische gefüttert werden, um nach ihnen zu schnappen.

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Dass der Reiher im Mittelalter in noblen Kreisen verkehrte und die adlige Gesellschaft auf die Jagd begleitete, dürfte seinen Auftritt als hochmütiges Fabeltier begünstigt haben: Dem grossen französischen Dichter Jean de La Fontaine (1621 - 1695), der in seinen Fabeln einen skeptischen Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Zeit wirft, dient der Reiher zur Beschreibung von Hochmut, Stolz und Verächtlichkeit:
Der Reiher

Ein Reiher schreitet stolz auf hohen Beinen, und reckt und streckt dabei den Hals, den feinen, an eines Baches Bord entlang. Die Sonne lacht, im klaren Wasser tummeln sich fröhlich Hechte, dicke Karpfen bummeln und bieten sich zu leichtem Fang.

Der Reiher aber lässt im Wohlbehagen sich gar nicht stören, denkt: für meinen Magen ist es noch nicht die rechte Zeit; die Leckerbissen will ich mir erjagen, wenn's mit dem Hunger ist soweit.
So sonnt er träumend sich auf einem Bein. Da stellt der Hunger sich ganz plötzlich ein. Voll Appetit äugt er ins Wasser, wär' gern jetzt Hecht- und Karpfenprasser, doch schmale Schleien kann er nur entdecken. "Solch Bettelmahl soll einem Reiher schmecken?" Verächtlich pfeift er: "Gut, so wart' ich noch!" Die Schleien schwimmen fort, und aus dem Loch vom Grund ein Gründling flirrt empor, kaum fingerlang und dünn wie Rohr.

"Den Schnabel aufzutun nach solchem Dreck fällt keinem Reiher ein, drum schert euch weg! Ich werd' mich zu gedulden wissen für einen würd'gen Leckerbissen."

Bald steht er, hungersmatt, auf beiden Beinen; umsonst! kein einziger Fisch will mehr erscheinen.
Was nun? ... Er schwankt zur nahen Wiesenecke, frisst gierig-froh dort eine bitt're Schnecke!

Wer gar zu anspruchsvoll begehrt zu jeder Zeit den höchsten Wert, wird manchesmal zu guter Letzt durch allerkleinste Ding ergötzt.

Der Flurtümpel am Rande der Eremitage

In der Eremitage finden sich 15'000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten von zirka 73'000 in der ganzen Schweiz: Im Mai/Juni leuchten die kleinen weissen Blüten des Haarblättrigen Wasserhahnenfusses im Flurtümpel.

Wer in der Eremitage bis zum oberen Weiher wandert, der gelangt - in der Nähe des Dreiröhrenbrunnens - an den Flurtümpel, in dem mehrere Wasserpflanzen gedeihen. Im Mai/Juni sind vom Weg aus die kleinen weissen Blüten des Haarblättrigen Wasserhahnenfusses (Ranunculus trichophyllus ) erkennbar:

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unten im Bild ist eine kleinere sumpfige Fläche, der Flurtümpel, erkennbar

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Die Blüten des Haarblättrigen Wasserhahnenfusses sind sehr klein und nur bei genauem Hinschauen vom Weg aus erkennbar

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Zoom in den Flurtümpel

Der Flurtümpel ist auch Lebensraum für die Wasserminze; aus einer Kreuzung der Wasserminze (Mentha aquatica) mit der Grünen Minze (Mentha spicata) ging 1696 in einem Arzneigarten in England die Pfefferminze (Mentha piperita) hervor. Die Scharfkantige Segge erreicht Wuchshöhen von etwa 30 bis 120, zuweilen bis 150 Zentimetern und bildet im Bereich des Flurtümpels sehr lange, kräftige und dicke und tiefreichende Ausläufer (Rhizome). Im August wird im Flurtümpel der Einfache Igelkolben anzutreffen sein.

Roland-Luethi-Exkursionsfuehrer-Ermitage-ArlesheimDer empfehlenswerte Exkursionsführer durch die Ermitage und Umgebung von Roland Lüthi beschreibt in einem einführenden, einem botanischen und einem zoologischen Teil das Naturschutzgebiet, dessen Kern der Landschaftsgarten Eremitage bildet.
Eine Artenliste bestimmter Pflanzen- und Tiergruppen sowie ein Übersichtsplan ergänzen den Exkursionsführer.

Dank Roland Lüthis Exkursionsführer ist es auch für Laien nicht schwierig, viele Tier- und Pflanzenarten in der Eremitage und Umgebung von den Wegen aus zu beobachten.

Misch dich nicht ein!

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Foto: Das wilde Gartenblog

Wieviel Einmischung braucht ein Arlesheimer Garten? Das wilde Gartenblog hat sieben Regeln für faules Gärtnern formuliert: nachlesen, schmunzeln und beherzigen!

Logo-Blogkarneval-urbane-GaertenMit den "sieben Regeln für faules Gärtnern" beteiligte sich das wilde Gartenblog am Blog-Karneval urbane Gärten, der vom Blog nachhaltigBeobachtet, Beobachtungen und Erfahrungen zum Thema Nachhaltigkeit, organisiert wurde. - Was ist ein Blog-Karneval? Bei einem Blog-Karneval tragen viele Autorinnen und Autoren zu einem Wissensdossier zu einem bestimmten Thema bei. Bei diesem Karneval ging es um urbane Gärten - aus grau wird grün. Links zu allen Beiträgen, die an diesem Blog-Karneval mitmachten gibt es hier bei NachhaltigBeobachtet.

Urs Leugger: Sieben Jahre für den Biber

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Urs Leugger will sich vermehrt politisch für die Nagetiere einsetzen. Foto Daniel Desborough

Der Arlesheimer Urs Leugger bereitete den Bibern den Weg ins Baselbiet. Urs Leugger, der Vater von "Hallo Biber", wechselt von Pro Natura in die Stadtgärtnerei. Der nachfolgende Artikel ist in der Basler Zeitung vom 28. April 2007 erschienen. Autor: Andreas Hirsbrunner

Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Basler Zeitung

Biberfell und Biberschädel gehörten in den letzten sieben Jahren zu seiner Grundausrüstung, wie für andere Lesebrille oder Lippenstift. Denn Urs Leugger, Vater und Leiter des Pro-Natura-Projekts «Hallo Biber», führte landauf, landab unzählige Exkursionen durch. Fell und Schädel waren dabei gute Mittel, um dem Publikum den Biber mit all seinen Besonderheiten näherzubringen.
Leuggers Philosophie hinter seinem öffentlichkeitswirksamen Feldzug zugunsten des Nagers hiess: Wer den Biber kennt, zeigt Sympathie für seine Rückkehr. Und die Rechnung ging auf. Dank einer breit abgestützten Allianz im Rücken, aber auch dank Beharrlichkeit, Fachwissen und der unverkrampften Art, mit der er auf Leute zuging, schaffte es Leugger, dass Kraftwerke allmählich bibergängig und Flussufer mehr und mehr biberfreundlich wurden.
Bald auch in der Birs.
Der Biber liess sich nicht lange bitten: Er nahm die Ergolz und den Rhein oberhalb des Kraftwerks Birsfelden wieder in Besitz. Und auch die Wiederbesiedlung der Birs dürfte bald folgen, was Leugger wahrscheinlich noch mehr freuen wird. Denn dieser Fluss gehört ganz besonders zu seinem Leben: Leugger ist im Basler Lehenmattquartier an der Birs aufgewachsen und lebt heute mit seiner Familie in Arlesheim in Birsnähe.
Ein bisschen schade ist nur, dass der 43-Jährige nicht mehr Leiter von «Hallo Biber» sein wird, wenn einmal der erste Biber birsaufwärts schwimmt. Denn Leugger wechselt seine Stelle per Anfang Mai über die Birs und wird Geschäftsleitungsmitglied der Stadtgärtnerei Basel. Wieso dieser abrupte Wechsel vom Biberexperten zum Verwaltungsanfänger? Sind ihm die Biber etwa zuviel geworden? «Nein, ich kann mich nach wie vor voll mit dem Biber-Projekt identifizieren. Aber es läuft in drei Jahren aus, und ich sehe keine Weiterentwicklungsmöglichkeit bei Pro Natura», sagt Leugger. Die neue Stelle sei eine Chance, vermehrt im Managementbereich tätig zu sein und einen ganz andern Betrieb kennenzulernen.
Leuggers Wechsel, obwohl durch sein kürzlich abgeschlossenes Zusatzstudium des betriebswirtschaftlichen Managements für Non-Profit-Organisationen bereits angedeutet, überraschte dennoch alle. Mirjam Würth, Präsidentin von Pro Natura Baselland, schaltete den Computer aus, als sie das entsprechende Mail von Leugger gelesen hatte: «Das kann nicht sein», war ihr erster Gedanke. Aber nachdem sie den Computer wieder eingeschaltet hatte, war die Botschaft immer noch da - und Würth hatte ein Problem. Einen gleichwertigen Ersatz für Leugger zu finden, war sehr schwierig.

Aber auch für Leugger wird der Neuanfang nicht ganz einfach sein. Denn seit seinem Studienabschluss in Biologie und Geografie arbeitete er stets bei Naturschutzorganisationen. Seine Stationen waren: Geschäftsführer des Basellandschaftlichen Natur- und Vogelschutzverbands, Projektleiter für Schutzgebiete bei Pro Natura Schweiz und schliesslich Geschäftsführer von «Hallo Biber». Die Biber werden aber schon seiner beiden Kinder wegen Bestandteil seines Lebens bleiben: «Sie haben das ‹Biberfeuer› von mir übernommen und mir immer wieder Äste mit Nagespuren für meine Arbeit besorgt.»
In Urs Leugger brennt aber noch ein anderes Feuer - jenes für die Politik. Seine erste Landratskandidatur im Februar für die Grünen habe «leider nicht ganz geklappt» (Leugger ist erster Nachrückender). Doch die Lust ist ihm damit nicht vergangen. Gut möglich, dass er bald wieder landauf, landab zieht - im Rucksack dann Flugblätter statt Biberschädel.

Siehe auch: Die Birs - Lebensraum für Flora und Fauna (Wanderer)
und: Der Biber soll in der Schweiz wieder mehr Platz erhalten (BaZ)

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