Natur

Bunter Gast in Arlesheimer Gärten

Distelfink-in-Arlesheimer-Garten
Stieglitz in Arleser Garten

Wer seinen Garten nicht über Mass aufräumt, lässt Blumen stehen – den Stieglitz, auch als Distelfink bekannt, freut’s, denn er ernährt sich an Sämereien. So ist zur Zeit da und dort in Arlesheim zu beobachten, wie der Stieglitz sich an den Kernen der Sonnenblume gütlich tut, teilweise sogar kopfunter hängend pickend.

Mit der auffallenden Färbung des Stieglitzes befassen sich auch Sagen: Als Gott allen Vögeln ihre Farben gegeben habe, sei der Stieglitz bescheiden in der hintersten Ecke sitzen geblieben. Als er als Letzter zu Gott gekommen sei, habe dieser keine Farbe mehr gehabt. Da habe Gott aus einem jedem Topf noch einen kleinen Tupfer gesucht: So seien der rote Schnabelgrund, der schwarze Scheitel, die schwarzen Flügel, der Schwanz, die gelbe Binde über den Flügeln, die weissen Tupfen an Kopf, Flügeln und Schwanz, der lichtbraune Rücken und die gelbweisse Unterseite zustande gekommen.

Einer anderen Sage zufolge soll der damals noch einfachfarbene Fink Jesus am Kreuz die Dornen aus dessen Haut gezogen haben um so sein Leid zulindern. Dabei sei der Vogel mit Blut besprenkelt worden, das er noch heute trage. - So ist auch zu erklären, warum die Abbildung eines Stieglitz auf mittelalterlichen Malereien und frühen Gemälden der Neuzeit oft vertreten ist und den Opfertod Jesu symbolisiert.
  • herbstverfallend - Fotodokument von Roland Zumbühl über die Vergänglichkeit der Sonnenblume

Im Zeichen der Waldschnepfe

Naturschutzverein-Arlesheim-Header-Webseite
Die neue Webseite des Naturschutzvereins Arlesheim, Headerbild

Der Naturschutzverein Arlesheim (NVA) feiert am 5. September 2009 sein 20-jähriges Bestehen mit einem Dorffest. Pünktlich zum Jubiläum hat der Verein eine Webseite aufgeschaltet, die über den Verein und seine Aktivitäten informiert. Dort findet sich ebenfalls das Festprogramm.

Wappenvogel des NVA ist die Waldschnepfe. Die Waldschnepfe brütet auf dem Boden, hauptsächlich in den Voralpen und im Jura zwischen 1000–1700 m Höhe. Lokal kommt sie auch in den Niederungen, in den Zentralalpen und auf der Alpensüdseite vor. Insbesondere in den Niederungen ist ihr Bestand rückläufig. Für ihre Gefährdung werden u.a. Störungen während der Brutzeit durch Freizeitaktivitäten verantwortlich gemacht. Sie ist dank ihres braunrot gescheckten Gefieders optimal für ein Leben auf dem Waldboden angepasst. Als Lebensraum benötigt sie ausgedehnte, eher feuchte und störungsarme Wälder. Im Winter ziehen die meisten Waldschnepfen in den Mittelmeerraum oder an die Atlantikküste in Westeuropa.

Der Wanderer von Arlesheim gratuliert zum Vereinsjubiläum und nimmt die Webseite gerne in seine Linkliste auf.

25. April: Nationaler Tag der Hochstammbäume

hochstaemmer-arlesheim
Junge Hochstämmer im Naturschutzgebiet Ermitage, Richtung Gobenmatt

Am 25. April 2009 ist der Nationale Tag der Hochstammbäume. Im Baselbiet gibt es ungefähr 170'000 Hochstämmer, 1951 waren es noch 549'000.

Im Gegensatz dazu nehmen die aus Niedrigstämmern bestehenden Obstbaumanlagen zu. Ihre Vorzüge sind bekannt, das Pflücken der Früchte ist einfacher und mit weniger Gefahren verbunden und die Qualität ist besser. Konsumentinnen und Konsumenten wollen optisch ansprechende und möglichst haltbare Früchte.
Auch die Pflege der Bäume gestaltet sich weit problemloser als bei den Hochstammbäumen.

Hochstämmer verschönern nicht nur unsere Landschaft, sondern sie sind vor allem auch ein wichtiger Lebensraum für die Fauna. So sind beispielsweise der Gartenrotschwanz, der Wiedehopf und der Rotkopfwürger, welche vom Aussterben bedroht sind, auf die Hochstämmer angewiesen. Jährlich verschwinden etwa 3'000 Hochstämmer ohne gleichwertigen Ersatz.

Wohnraum für Wildbienen schaffen

Buchbinderei-Heidersberger-Schaufenster-Wildbienenappartement
Schaufenster der Buchbinderei Heidersberger an der Hofgasse: Wildbienenappartement

Wildbienen sind bedroht, 45% stehen auf der Roten Liste. Einerseits haben sie Nahrungsprobleme, es fehlt ihnen an artenreichen Blumenwiesen. Zudem leiden sie an "Wohnungsnot", denn in den versiegelten Böden, aufgeräumten Gärten und an den glatten Hauswänden finden sie kaum Möglichkeiten, ihre Nester anzulegen. Die Artenvielfalt der Wildbienen ist beeindruckend.Trotzdem ist ihre Bedrohungslage besorgniserregend: Etwa 270 der in der Schweiz vorkommenden 600 Wildbienenarten steht auf der Roten Liste. Während die Honigbienen grosse Völker bilden und unterschiedlichste Blüten-pflanzen als Nahrungsquelle nutzen können, sind ihre nächsten Verwandten Einzelgänger mit hohen Ansprüchen an ihren Lebensraum.Viele Wildbienenarten sind auf spezielle Futterpflanzen und besondere Strukturen zum Nisten angewiesen. Doch intensive Landwirtschaft und Siedlungsbau sowie dieVerarmung natürlicher Lebensräume machen den oft farbigen, glänzenden oder behaarten kleinen Bienen das Leben schwer. Die ökologische Bedeutungder kleinen Bienen zeigt sich am eindrücklichsten bei jenen speziellen Pflanzen, die nur gerade von einer einzigen Wildbienenart bestäubt werden können. Stirbt diese Wildbienenart aus, verschwindet auch die Pflanze.

In der Buchbinderei Heidersberger an der Hofgasse kann für Fr. 55.-- ein sogenanntes Wildbienenappartement bezogen werden. Mit seinem morschen Holz, gebohrten Löchern in Hartholz oder abgeschnittenen hohlen Pflanzenstängel bietet es sehr vielen Wildbienenarten Hohlräume zum Nisten.

Das Wildbienenhaus wird in der Schreinerei des Bürgerspitals Basel hergestellt.

Der Lerchensporn kündigt den Frühling an

Eremitage-Arlesheim-hohlknolliger-Lerchensporn

Zur Zeit blüht östlich des mittleren Weihers in der Eremitage der hohlknollige Lerchensporn (Foto: Richtung Westen zum mittleren Weiher). Die mehrheitlich rosa blühenden Pflanzen sind Frühblüher und regelmässig mit einigen weissen untermischt. Der Nektar des Lerchensporns bildet zu Frühlingsbeginn für langrüsselige Bienen eine wertvolle Nahrungsquelle.

Eremitage-Arlesheim-Lerchensporn

Vogelhäuschenzeit?

Vogelhaus-in-Arlesheim
Eine Kohlmeise zu Besuch in einem Arleser Vogelhäuschen

Nun werden in Arlesheim wieder die Vogelhäuschen entstaubt, in Bäumen und Sträuchern platziert und gefüllt, Nussstangen für Eichhörnchen, Kohlmeise & Co. in die verschneiten Sträucher gehängt. Die Gäste lassen nicht lange auf sich warten und picken vom Gabentisch. Doch wie sinnvoll ist die Winterfütterung von Vögeln? Die Vogelwarte Sempach betont, dass die Beobachtung am Futterbrett für viele Menschen einen wichtigen Kontakt zur Vogelwelt darstellt. Sie unterstreicht aber auch, dass das Füttern der Vögel biologisch keine Notwendigkeit darstellt, da die Vögel an die kalte Jahreszeit gut angepasst sind. - In Arlesheim wurden am Futterbrett nebst Kohlmeise und Amsel auch die Blaumeise, das Rotkehlchen, der Buchfink und Haussperlinge gesichtet.

7. Basler Tag der Artenvielfalt in der Reinacher Heide

Reinacherheide-via-webseite-naturschutzdienst
Plan des Natruschutzgebietes "Reinacher Heide", Bildquelle

Das Naturschutzgebiet Reinacher Heide liegt an der Birs auf Arlesheimer und Reinacher Boden. Obwohl nur 39 Hektaren gross, sind auf diesem Gebiet fast die Hälfte aller im Kanton Baselland vorkommenden Pflanzenarten anzutreffen. Der 7. Basler Tag der Artenvielfalt widmet sich am 19. und 20. September 2008 der sich durch ihre aussergewöhnlich hohe Artenvielfalt auszeichnenden Reinacher Heide.
Während 24 Stunden werden Forscherinnen und Forscher ausschwärmen und die Vielfalt der Pflanzen- und Tierarten erfassen. Den Spezialistinnen und Spezialisten kann bei der Feldforschung über die Schulter geschaut werden. In Führungen werden Vögel, Pflanzen, Käfer, Wasserinsekten und Fische, freijagende Spinnen, Blattflöhe und andere pflanzensaugende Insekten, Wanzen und Wasserkäfer vorgestellt.

Am Samstag, 20. September 2008, wird um 10.30 Uhr die durch die Erforschung der Arlesheimer Leuchtkäferpopulation in unserer Gemeinde bekannte Dr. Eva Sprecher alle Interessierten auf eine Forschungsreise zum Thema Käfer mitnehmen.

Das ganze Programm ist im Einladungsflyer nachzulesen.

Treffpunkt für die Exkursionen ist der Infostand bei der Heidebrücke, die im Industriequartier 'Obere Widen' Arlesheim mit Reinach verbindet.

Mehr Informationen zur Reinacher Heide auf der

Bewegte Bilder von der Birs

Birs-beim-Heidebrueggli-Arlesheim-Reinach

Auf Birs TV sind bewegte und vertonte Bilder der Birs beim Heidebrüggli zu sehen.

Leuchtkäfer in Arlesheim: neuer Bericht für 2007 und 2008

alter-friedhof-bei-der-trotte-arlesheim
2007 wurden erstmals Leuchtkäfer auf dem Gelände des alten Friedhofs bei der Trotte gesichtet.

2006 wurde erstmals eine ausführliche Untersuchung der Leuchtkäfervorkommen in Arlesheim durchgeführt. Das Resultat zeigte damals, dass der Grosse Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca) im ganzen Gebiet von Arlesheim vorkommt, allerdings in nur geringer Zahl. Daten aus früheren Jahren liegen keine vor, sodass keine Vergleiche mit der einstigen Lage gemacht werden können. Dr. Eva Sprecher-Uebersax, Naturhistorisches Museum Basel, hat einen neuen Bericht über die Lage der Arlesheimer Leuchtkäfer in den Jahren 2007 und 2008 verfasst. Nachfolgend eine Zusammenfassung des Berichts:

Leuchtkaefer-Maennchen-nhm-basel
Leuchtkäfer, Männchen (Foto Dr. Eva Sprecher, Naturhistorisches Museum Basel)

Nach der Untersuchung von 2006, an der die Bevölkerung mit zahlreichen Meldungen rege teilnahm, wurden 2007 und 2008 wieder Aufrufe publiziert, mit der Bitte, Beobachtungen von Leuchtkäfern zu melden. Der Rücklauf war jedoch bedeutend geringer; einer der Gründe dürfte in den deutlich schlechteren Wetterbedingungen in der Glühwürmchen-Zeit zu suchen sein.

Insgesamt trafen relativ wenige Meldungen aus der Bevölkerung ein. Dennoch dokumentieren sie ein recht gleichmässiges, wenn auch eher kleines Vorkommen der Leuchtkäfer in ganz Arlesheim. Neu gemeldete Fundorte befinden sich am Rainweg, am Bruggweg, an der Terrassenstrasse und beim alten Friedhof bei der Trotte. Während der Rainweg und auch der alte Friedhof bei der Trotte sich gut in die Region mit den 2006 am meisten gemeldeten Leuchtkäfern einfügen, sind die beiden andern Fundorte recht interessant, da 2006 von dieser Gegend keine Meldungen eintrafen.

Leuchkaefer-Larve-nhm-basel
Leuchtkäfer, Larve (Foto Dr. Eva Sprecher, Naturhistorisches Museum Basel)

Wie bereits 2006 ergingen Hinweise über Vorkommen an folgenden Standorten in Arlesheim: Obere Holle, Hollenweg, Finkelerweg, Nähe Waldrand, Schleife (Ermitagestrasse), Amselweg, Spitalholzweg, Hinter dem Saal und Zinnhagweg.

Weniger Meldungen bedeuten nicht gleich weniger Tiere und man kann nach so kurzer Zeit sicher nicht von einem Rückgang reden, denn die von den Leuchtkäfern bevorzugten schwülwarmen Abende waren 2007 und 2008 deutlich weniger häufig als 2006.

Die mit der Erhebung der Arlesheimer Leuchtkäferpopulation betraute Eva Sprecher stellt fest, dass künstliche Lichtquellen die Partnerfindung bei den Leuchtkäfern stören können. Obwohl in Arlesheim nie Leuchtkäfermännchen an künstlichen Lichtquellen wie Strassenlampen beobachtet wurden, ist es dennoch denkbar, dass auch hier solche Lichter die Männchen ablenken und desorientieren. Die Lichterflut stellt zweifelsohne eine beträchtliche Störung für Leuchtkäfer dar und erschwert das Auffinden der begattungswilligen Weibchen.

Besten Dank an Frau Dr. Eva Sprecher vom Naturhistorischen Museum Basel für das Zurverfügungstellen des Berichts und der Fotos von Leuchtkäfern aus dem Museumsfundus.

Alte Gärten - Alte Gärtner

inge-kober-alte-gaerten-alte-gaertner

Alte Gärten - Alte Gärtner. Die Arlesheimer Autorin und Naturschützerin Inge Kober hat einige Gedanken zum Altersgarten aufgezeichnet:

Heute, in hohem Alter, bin ich immer noch täglich im Garten tätig, und die Lebensfreude, die mir mein Garten schenkt, möchte ich versuchen zu vermitteln, als Dank, in erster Linie an die Natur, schreibt Inge Kober und fährt fort: Aber: "Zwei Seelen, ach, fühl ich in meiner Brust", die eine ist die Gärtnerseele und die andere die Naturschutzseele, und diese zwei liegen sich oft arg in den Haaren, ziemlich streitbar. Eine Gratwanderung! Aber im Alter unterliegt der Gärtner immer öfter und die Naturschutzseele schwingt obenauf. Und: im Alter wird man toleranter, auch denen gegenüber, die der Mensch als "Un"-kräuter und "Un"-geziefer bezeichnet. Über dieses Tolerantwerden im Garten und was man dabei gewinnt, handelt dieses Buch.

Inge Kober beschreibt Gärten voller Schätze, Gärtnerinnen und Gärtner, die ihr Herzblut an ihren Garten vergeben oder vergeben haben - in Arlesheim und anderswo. Der Lesende begegnet dem Wandgarten, dem Laborgarten, dem Topfgarten oder der Poesie im Altersgarten und lernt vom Nutzen der Wildbienenvillen oder dass Mörtelwespen, Seidenbienen, Wollbienen und Kuckucksbienen die Arleser Artenvielfalt bereichern.

Zu kaufen für Fr. 24.-- in der Buchhandlung Nische am Dorfplatz. Die Einnahmen aus dem Verkauf des Buches kommen der Kober-Schwabe-Stiftung für Natur- und Landschaftsschutz zu Gute.

Der Wanderer von Arlesheim

Skizzen zu Arlesheims Kultur, Geschichte und Natur. Fundstücke von Wanderungen in Arlesheim und Umgebung

Suche

 

Arlesheim in Bildern

www.flickr.com
This is a Flickr badge showing public photos from Flickr tagged with Arlesheim. Make your own badge here.

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Zufallsbild

Blesshuhn-Birs

Feedback und Hinweise

wanderer.arlesheim@hotmail.com

Status

Online seit 1387 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 5. Nov, 17:40

StatCounter