Eremitage

Die Eremitage im Bild

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180-Grad-Panorama des mittleren Weihers: Der Fotograf Michael Sengers war zu Besuch in Arlesheim und hielt die Eremitage in Bildern fest. Besten Dank an SchweizFotos.ch für die Autorisierung zur unentgeltlichen Nutzung der Aufnahme. Hinweis: Die Aufnahmen sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur in Absprache mit dem Autor verwendet werden.

Neuer Weg zum Westzugang des Schlosses Birseck

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Schloss Birseck, Westseite

Während des Winters wurde mit Hilfe der Stiftung Pro Patria der Westzugang zum Schloss Birseck wieder hergestellt.

Die Wege auf der westlichen Seite des Schlosshügels sind in den letzten Jahren überwachsen und stellenweise verfallen. Nun sind die Instandstellungsarbeiten abgeschlossen, berichtet die Stiftung Ermitage auf ihrer Webseite.

Der wieder hergestellte Weg führt vom Standort des ehemaligen (in der Französischen Revolution zerstörten und nicht wieder rekonstruierten) parasol chinois an der Westseite des Schlosses entlang ...

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.... zum Westeingang hinauf ...

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... zum Westtor ...

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... und endet zum Schluss an der Nordseite des Schlosses (Haupteingang für Besichtigungen).

Rechtzeitig zur Eröffnung des Schlosses Birseck sind die Arbeiten abgeschlossen und ab 11. Mai 2008 sind die Wege für das Publikum wieder zugänglich.

Die wieder hergestellten Wege bieten weniger bekannte Ausblicke:

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Ab Pfingssonntag, 11. Mai 2008, kann das Schloss wieder besichtigt werden und zwar jeweils am Mittwoch und Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Zusätzlich steht das Schloss am Pfingstmontag zu den genannten Zeiten offen, informiert die Stiftung Ermitage auf ihrer Webseite.

Waldbrudersaison eröffnet

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Ab Sonntag, den 4. Mai 2008, läutet wieder regelmässig das Glöcklein auf des Waldbruders Klause in der Eremitage. Der Waldbruder lädt jeweils bei schöner Witterung sonntags von 13.30 bis 17 Uhr zum Besuch.

Den Frühlingsputz des Eremiten und seiner Klause erledigten die Zunftbrüder der Säulizunft.

Temple rustique nach historischer Vorlage restauriert

Ende 2007 wurden die Arbeiten für den Wiederaufbau des Temple rustique in der Ermitage abgeschlossen. Der Tempel entspricht nun wieder seiner historischen Vorlage:

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Samuel Birmann, um 1814, Stich: Temple rustique

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Der Temple rustique enstand anstelle des Temple de l'amour, der den Revolutionswirren von 1793 zum Opfer fiel. Der Liebestempel hatte die Form einer künstlichen Turmruine und diente als Aussichtskabinett.

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Charakteristisch für den Temple rustique ist sein Schilfdach und der Altar, der in der Mitte steht und den oberen Lichteinlass der Prosperinagrotte bildet. Die Prosperinagrotte, auch Todesgrotte genannt, beherbergt das Denkmal für Balbina von Andlau, das ihr Vetter, Heinrich von Ligertz, nach ihrem Tode errichten liess.

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  • Quelle: Heyer, Hans-Rudolf, Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft, Band 1, Bezirk Arlesheim, Basel, 1969

Neue Webseite über die Eremitage

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Der Webseite der Stiftung Eremitage ist zu entnehmen, dass der temple rustique diesen Herbst nach historischer Vorlage neu erbaut werden wird.
© Foto Roland Zumbühl, picswiss, Arlesheim

Die Stiftung Eremitage und Schloss Birseck, Eigentümerin des ältesten englischen Landschaftsgartens der Schweiz, präsentiert sich neu auf einer Webseite. Nebst einem kurzen historischen Abriss sind Angaben zu Führungen, Literaturhinweise und aktuelle Informationen der Stiftung nun im Internet zugänglich. Zusätzlich werden die Besuchenden auf einen Fotospaziergang durch den ältesten englischen Landschaftsgarten der Schweiz eingeladen.

Ab Sonntag Winterschlaf

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Visitors © by Monika N.

Am Sonntag, 14. Oktober 2007, ist die letzte Gelegenheit, dem Waldbruder in der Eremitage eine Gabe in die Schüssel zu legen. Die Waldbruderklause ist letztmals dieses Jahr von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Ab Montag ist bis April 2008 Winterpause und die Läden der Klause bleiben geschlossen.

Die Kunst des Spazierens

Kein Tag an dem nicht Spazierende in die faszinierende Welt der Eremitage eintauchen und sich auf den Garten einlassen. Die Entwicklung der Kunst des Spazierens nahm etwa vor 200 Jahren ihren Anfang; Parks wurden als Landschaftsgemälde verstanden, die sich mit jedem Schritt, jeder Bewegung des Spaziergängers veränderten. Aus dieser Zeit stammen auch nachfolgende Gedanken des deutschen Schriftstellers Jean Paul über vier unterschiedliche Typen - "Kasten -von Spaziergängern, die er in seinem Romanfragment Die unsichtbare Loge beschreibt.

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Jean Paul, Die unsichtbare Loge, 1793

Da ich so ruhig bin und nicht spazieren gehen mag: so will ich über das Spazierengehen, das so oft in meinem Werke vorkommt, nicht ohne Scharfsinn reden. Ein Mann von Verstand und Logik würde meines Bedünkens alle Spazierer, wie die Ostindier, in vier Kasten zerwerfen.

In der I. Kaste laufen die jämmerlichsten, die es aus Eitelkeit und Mode tun und entweder ihr Gefühl oder ihre Kleidung oder ihren Gang zeigen wollen.

In der II. Kaste rennen die Gelehrten und Fetten, um sich eine Motion zu machen, und weniger, um zu genießen, als um zu verdauen, was sie schon genossen habe; in dieses passive unschuldige Fach sind auch die zu werfen, die es tun ohne Ursache und ohne Genuß, oder als Begleiter, oder aus einem tierischen Wohlbehagen am schönen Wetter.

Die III. Kaste nehmen diejenigen ein, in deren Kopfe die Augen des Landschaftmalers stehen, in deren Herz die großen Umrisse des Weltall dringen, und die der unermeßlichen Schönheitlinie nachblicken, welche mit Efeufasern um alle Wesen fließet und welche die Sonne und den Bluttropfen und die Erbse ründet und alle Blätter und Früchte zu Zirkeln ausschneidet. - O wie wenig solcher Augen ruhen auf den Gebirgen und auf der sinkenden Sonne und auf der sinkenden Blume!

Eine IV. bessere Kaste, dächte man, könnt' es nach der dritten gar nicht geben: aber es gibt Menschen, die nicht bloß ein artistisches, sondern ein heiliges Auge auf die Schöpfung fallen lassen - die in diese blühende Welt die zweite verpflanzen und unter die Geschöpfe den Schöpfer - die unter dem Rauschen und Brausen des tausendzweigigen, dicht eingelaubten Lebensbaums niederknien und mit dem darin wehenden Genius reden wollen, da sie selber nur geregte Blätter daran sind - die den tiefen Tempel der Natur nicht als eine Villa voll Gemälde und Statuen, sondern als eine heilige Stätte der Andacht brauchen - kurz, die nicht bloß mit dem Auge, sondern auch mit dem Herzen spazieren gehen....

Quelle


Jean Paul hiess eigentlich Johann Paul Friedrich Richter und nannte sich aus Bewunderung für Jean-Jacques Rousseau Jean Paul. Jean Paul brach die Arbeiten an dem Fragment ab und widmete sich Hesperus oder 45 Hundposttage, einem neuen Roman, der 1795 erschien. Das Buch, das zum grössten literarischen Erfolg seit Goethes Die Leiden des jungen Werthers wurde, machte Jean Paul schlagartig berühmt.

siehe auch:

Spaziergang in der Eremitage mit Marialuisa Wittlin

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Pond, Foto © Marialuisa Wittlin

Die Fotografin Marialuisa Wittlin (aufgewachsen in Reinach, heute wohnhaft in Spanien) besuchte im Juni 2007 Arlesheim und veröffentlichte anschliessen eine vielbeachtete Hommage in Grün an die Eremitage.

Charles Gleyre besucht die Eremitage

Eine Inschrift in der Eremitage erinnert an den Besuch des Waadtländer Malers und Plastikers Charles Gleyre am 24. August 1873.

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Inschrift am Westhang des Schlosshügels Birseck:"G. Ch. Gleyre, peintre a visité l'Ermitage le 24 août 1873"

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Charles Gleyre, Selbstbildnis

Charles Gleyre (eig. Marc-Charles-Gabriel Gleyre) wurde am 2. Mai 1806 in Chevilly, Kanton Waadt, geboren. Als zehnjähriger Bub wurde er als Waise zu seinem Onkel nach Lyon geschickt, wo er seinen ersten Kunstunterricht erhielt. Als Neunzehnjähriger besuchte er die Ecole des Beaux-Arts in Paris. 1835 begleitete er einen Industriellen als Zeichner nach Aegypten und Nubien, musste die Reise krankheitshalber aber abbrechen.

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"Le soir. Les illusions perdues", Ölgemälde von Charles Gleyre, 1843

1843 erlebte er seinen ersten grossen Erfolg in Paris mit dem Werk "Le Soir. Les illusions perdues". Seine Darstellung des Waadtländer Freiheitshelden Major Davel (1850; 1980 zerstört) erregte grosses Aufsehen.

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Die Hinrichtung des Major Davel, Ölgemälde von Charles Gleyre, 1850

Über zwei Jahrzehnte leitete Gleyre in Paris ein Atelier und bildete zahlreiche Künstler aus, so auch den Schweizer Albert Anker und in den 1860-er Jahren die Impressionisten Alfred Sisley, Claude Monet und Auguste Renoir, was ihm bis heute die Anerkennung der internationalen Kunstgeschichtswelt sichert. In seinem Werk, das im Umfeld der Romantik und des Symbolismus angesiedelt wird, werden regelmässig mythologischen Themen zitiert und auf die Antike verwiesen.

Charles Gleyre starb am 5. Mai 1874 in Paris. Ein knappes Jahr vorher, am 24. August 1873, besuchte er die Arlesheimer Eremitage, was mit einer Inschrift unterhalb des Schlosses Birseck, von der Schlossgasse gut sichtbar, gewürdigt wurde.

siehe auch:
  • Bericht über die Ausstellung in Lausanne zu Gleyres 200. Geburtstag im Jahr 2006: NZZ vom 28.11.2006

"Ein Reiher schreitet stolz auf hohen Beinen ..."

An den Weihern der Eremitage sind regelmässig ein bis zwei Graureiher zu beobachten.
Im Mittelalter hoch geschätzt und als sogenannter Beizvogel (für die Falknerei verwendeter Greifvogel) der "Hohen Jagd" (dem Adel vorbehaltene Jagd auf Hochwild wie Hirsch oder Wildschwein) vorbehalten, wurde der Graureiher bis ins 20. Jahrhundert intensiv bejagt. Seit 1926 ist er in der Schweiz unter Schutz gestellt, nachdem sein Bestand durch Fischer, die ihn hartnäckig verfolgten, und durch die Trockenlegung von Feuchtgebieten massiv dezimiert wurde. Namhafte Schäden an den Fischbeständen richten Graureiher aber nur in unnatürlichen Gewässern wie begradigten, kahlen Bachläufen und Fischzuchten an. Wenn die Fische geeignete Plätze zum Ablaichen und genügend Versteckmöglichkeiten finden, so kann der Graureiher den Fischbestand nicht schädigen.

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Die Fütterung der Wasservögel und Fische durch die Besuchenden der Eremitage hat dazu beigetragen, dass sich die Fluchtdistanz des Reihers mehr und mehr verringert hat. Regelmässig kann er beobachtet werden, wie er darauf wartet, dass die Fische gefüttert werden, um nach ihnen zu schnappen.

Graureiher-Eremitage-Arlesheim2

Dass der Reiher im Mittelalter in noblen Kreisen verkehrte und die adlige Gesellschaft auf die Jagd begleitete, dürfte seinen Auftritt als hochmütiges Fabeltier begünstigt haben: Dem grossen französischen Dichter Jean de La Fontaine (1621 - 1695), der in seinen Fabeln einen skeptischen Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Zeit wirft, dient der Reiher zur Beschreibung von Hochmut, Stolz und Verächtlichkeit:
Der Reiher

Ein Reiher schreitet stolz auf hohen Beinen, und reckt und streckt dabei den Hals, den feinen, an eines Baches Bord entlang. Die Sonne lacht, im klaren Wasser tummeln sich fröhlich Hechte, dicke Karpfen bummeln und bieten sich zu leichtem Fang.

Der Reiher aber lässt im Wohlbehagen sich gar nicht stören, denkt: für meinen Magen ist es noch nicht die rechte Zeit; die Leckerbissen will ich mir erjagen, wenn's mit dem Hunger ist soweit.
So sonnt er träumend sich auf einem Bein. Da stellt der Hunger sich ganz plötzlich ein. Voll Appetit äugt er ins Wasser, wär' gern jetzt Hecht- und Karpfenprasser, doch schmale Schleien kann er nur entdecken. "Solch Bettelmahl soll einem Reiher schmecken?" Verächtlich pfeift er: "Gut, so wart' ich noch!" Die Schleien schwimmen fort, und aus dem Loch vom Grund ein Gründling flirrt empor, kaum fingerlang und dünn wie Rohr.

"Den Schnabel aufzutun nach solchem Dreck fällt keinem Reiher ein, drum schert euch weg! Ich werd' mich zu gedulden wissen für einen würd'gen Leckerbissen."

Bald steht er, hungersmatt, auf beiden Beinen; umsonst! kein einziger Fisch will mehr erscheinen.
Was nun? ... Er schwankt zur nahen Wiesenecke, frisst gierig-froh dort eine bitt're Schnecke!

Wer gar zu anspruchsvoll begehrt zu jeder Zeit den höchsten Wert, wird manchesmal zu guter Letzt durch allerkleinste Ding ergötzt.

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