Judit

Ausschnitt aus dem Gemälde "Judit köpft Holofernes" von Caravaggio (1598)
Die reformierte Kirche Arlesheim lädt im Jubiläumsjahr zu einem szenischen Oratorium von W.A. Mozart, Judit oder Gott spricht durch Menschen (Betulia Liberata).
Ist der Tyrannenmord ein legitimes Mittel für den Ausweg aus einer (politisch) hoffnungslosen Situation? 1771 befasste sich W.A. Mozart mit dieser Frage, als der die Azione Sacra "Betulia Liberata" (Das befreite Betulien) schuf, eine Art geistliche Oper, die aber ohne Bühnenbild und Kostüme dargeboten werden solle. Erzählt wird eine in allen Belangen dramatische Geschichte aus den Apokryphen des alten Testaments. Im Zentrum steht die Bürgerin Judit, die ihre jüdischen Mitbürger/innen mittels einer mutigen und gleichsam, was die Wahl der Mittel betrifft, höchst diskussionswürdigen Tat aus einer hoffnungslosen Situation befreit. Judit - halb Jeanne d'Arc halb Evita Peròn - eine heilige Sünderin oder eine sündigende Heilige? In einer eigens für diese Jubiläumsproduktion geschaffenen dramaturgischen Fassung soll das Oratorium auf den Prüfstand gestellt werden. Das Stück kann als Metapher auf die bewegte Geschichte der reformierten Diasporagemeinde Arlesheim gelesen werden - eine Art andere Chronik.
Text: Niggi Ullrich, Quelle
Das szenische Oratorium wird an folgenden Daten jeweils um 20 Uhr in der reformierten Kirche in Arlesheim aufgeführt:
Donnerstag, 19. Oktober 2006
Samstag, 21. Oktober 2006
Mittwoch, 25. Oktober 2006
Freitag, 27. Oktober 2006
Samstag, 28. Oktober 2006
Eintrittskarten an der Abendkasse (ab 19 Uhr) oder bei der reformierten Kirche.
wanderer - 12. Okt, 17:03