Montag, 23. April 2007

Die Silbermanns in Basel und Arlesheim

Silbermann-Addendum
"Die Silbermanns in Basel und Arlesheim", Addendum zum Katalog

Vom 23. April bis 19. August 2007 präsentiert das Forum Würth die Wanderausstellung "Silbermann - Geschichte und Legende einer Orgelbauerfamilie" (Der Wanderer berichtete).

Die bereits in Villingen, Karlsruhe und Strassburg gezeigte Ausstellung fand international grosse Beachtung. In Arlesheim wird die Ausstellung durch neue Akzente ergänzt und auch das Wirken der Silbermanns in Basel und Arlesheim aufgezeigt. Das Forum Würth publiziert zu dieser Erweiterung der ursprünglichen Ausstellung ein Addendum zum Katalog "Silbermann - Geschichte und Legende einer Orgelbauerfamilie" . Federführend für das Kapitel über das Wirken der Silbermanns in Basel und Arlesheim war der Musikwissenschaftler und Orgelsachverständige Dr. Markus Zepf.

Modell-einer-Orgelbauerwerkstatt-um-1800
Modell einer Orgelbauerwerkstatt, Ausstellungsobjekt in der aktuellen Silbermann-Ausstellung

Die Familie Silbermann erbaute zwischen 1711 und 1771 fünf Orgeln in Basel sowie die Orgel im Dom von Arlesheim. Der aus dem sächsischen Kleinbobritzsch stammende Andreas Silbermann (Vater von Johann Andreas) unterschrieb 1710 einen Vertrag zur Instandsetzung der Münsterorgel (nicht erhalten) und übergab 1711 einen Neubau mit 21 Registern auf zwei Manualen und Pedal im alten Gehäuse. 1712 erhielt er den Auftrag für die Orgel in der Peterskirche (nur einige Pfeifen erhalten), 1718 für diejenige in der Kirche St. Leonhard (Gehäuse erhalten).

In den Jahren 1759 bis 1761 erbaute Johann Andreas Silbermann, der Sohn von Andreas Silbermann, die Orgel im Dom von Arlesheim. Es war die erste Orgel von Johann Andreas Silbermann in der Schweiz und gleichzeitig heute auch die letzte noch erhaltene (mit Veränderungen, Prospektpfeifen teilweise von Silbermann). Vorbild für das Hauptgehäuse war die von Andreas Silbermann für die Benediktinerabtei in Ebersmünster im Elsass erbaute Orgel. Beim Errichten der Orgel in Arlesheim war ihm sein Sohn, Johann Daniel, behilflich. Das Gehäuse für die Orgel schnitzte Anton Ketterer aus Colmar. Die

Nach der Fertigstellung der Orgel im Arlesheimer Dom erbaute Johann Andreas Silbermann 1767 die Orgel für die Predigerkirche (teilweise erhalten) und 1770 diejenige für die Theodorskirche (Gehäuse mit Prospektpfeifen erhalten in der Kirche Peterskirche, Basel. Pfeifen ausgelagert im Historischen Museum in Basel, ein Register in der Arlesheimer Silbermann-Orgel). 1771 ergänzte er die Orgel seines Vaters in der Leonhardskirche.

Rinck-von-Baldenstein1
Fürstbischof Rinck von Baldenstein (Maler unbekannt)

Von 1744 bis 1763 war Joseph Wilhelm Rinck von Baldenstein Fürstbischof des Bistums Basel. Seine Reformen führten das Fürstbistum zu wirtschaftlicher Blüte. Der finanzielle Wohlstand erlaubte ihm die prachtvolle Neuausstattung des Doms zwischen 1759 und 1763. Dazu gehörte auch die Silbermann-Orgel.

Die Ausstellung gibt nicht nur einen Überblick über Leben und Wirken der Familie Silbermann, indem sie exemplarisch acht der über 150 Silbermann-Orgeln vorstellt, sondern veranschaulicht auch in zwei Modellen die Funktionsweisen einer Zungenpfeife mit Zylinderbalg, die den typischen schnarrenden Ton erzeugt, und einer mechanischen Schleifladenorgel. Beide Modelle können von den Besucherinnen und Besuchern bedient werden.

Quellen:
"Silbermann - Geschichte und Legende einer Orgelbauerfamilie", Jan Thorbecke Verlag, 2006
"Die Silbermanns in Basel und Arlesheim", Addendum zum Katalog, Forum Würth Arlesheim, 2007


Die Ausstellung im Forum Würth ist von Montag bis Freitag 11 bis 17 Uhr und Samstag/Sonntag 10 bis 18 Uhr zu sehen. Eintritt frei.

Der Wanderer von Arlesheim

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