Immer wieder Graffiti
Der Stadtwanderer von Bern hat das Thema Graffiti aufgegriffen - lesenswerte Ergänzung zu den Bemerkungen im Zusammenhang mit den Arleser Graffiti.
Die schnellen, hingeworfenen Zeichen haben auch in der Kunst ihren Niederschlag gefunden.
Der 1918 in Basel geborene Berner Künstler Rudolf Mumprecht schrieb Worte wie Liberté oder trotzdem auf riesige Leinwände. Mit aller Sorgfalt erweckt er den Eindruck des schnell Hingeschriebenen, des kalligraphischen Aufschreis.
Isoliert von der Umwelt stehen Mumprecht und andere Künstler wie beispielsweise Ben Vautier*), in ihrem Atelier und übernehmen da durch Wortwahl und Schriftzug die Spannung der Realität der Strasse. Wurzeln für diese nicht mehr von der Wirklichkeit losgelösten Darstellungen der Wirklichkeit finden sich bereits bei den Impressionisten, die bewusst den Boulevard der Grossstadt zum Schauplatz machten und so auf die Historienbilder und mythologische oder religiöse Themen verzichteten. Ein Skandal, damals, als Manet, Monet, Pissaro oder Sisley die Strasse und ihre oberflächlichen Eindrücke in ihre Malerei übernahmen. "Unwürdiges" wurde so - aus der Sicht der Zeitgenossen - in des Stand von Kunst erhoben. Auch die Expressionisten oder die Künstler der Neuen Sachlichkeit haben das Strassenmotiv zu ihrem Leitmotiv erkoren. - Parallelen zur Ikonografie der Graffitisprayer?
*) Le cafard s'écrit avec un seul "f" ... Ben!!
Die schnellen, hingeworfenen Zeichen haben auch in der Kunst ihren Niederschlag gefunden.


*) Le cafard s'écrit avec un seul "f" ... Ben!!
wanderer - 8. Aug, 21:31