Dienstag, 16. November 2010

Arlesheimer "galets coloriés" in Lörrach ausgestellt

Sonderausstellung-Loerrach-Eiszeit

In der Sonderausstellung im Museum am Burghof Eiszeit am Oberrhein werden die sogenannten "galets coloriés" - bemalte Kiesel -, Fundstücke aus einer Halbhöhle in der Arlesheimer Ermitage gezeigt. Die Ausstellung dauert noch bis zum 8. Mai 2011.

Eremitage-Arlesheim-Rittiplatz
Halbhöhle beim Rittiplatz (auch Karussellplatz genannt), in der archäologischen Literatur als Höhle Birseck-Ermitage bezeichnet

Die bemalten Kiesel gelten als spektakulärste Funde aus dem Magdalénien. Als Magdalénien wird das Zeitalter definiert, das am Ende der Würm-Eiszeit geprägt war von fortschreitenden Klimaverbesserungen: die Waldvegetation verdichtete sich und anstelle der kälteliebenden Tierarten standen den Jägern vermehrt standorttreue Waldtiere wie Hirsch und Reh zur Verfügung.

Bemalte-Kiesel-Fundort-Arlesheim-Magdalenien
Schaukasten in der Sonderausstellung Eiszeit am Oberrhein: bemalte Kiesel aus Arlesheim

Die Höhlen von Birseck bei Arlesheim werden als magdalénische Siedlungsplätze eingeordnet. Die jüngste altsteinzeitliche Kultur wird nach einem Fundort in Frankreich Magdalénien genannt. Sie wird in West - und Mitteleuropa zwischen 20'000 und 13'000 Jahre vor heute datiert. Im südlichen Oberrhein- und Hochrheingebiet sind menschliche Spuren dieser Zeit selten. Der älteste bekannte Fundplatz ist die Freilandstation von Munzingen am Tuniberg südwestlich von Freiburg, ca. 16'000 v.Chr.

Kiesel-Arlesheim-Magdalenien
Ein bemalter Kiesel, "galet colorié", in der Ausstellung

Während sich Gebrauchsgüter als Steinzeitzeugen bei Ausgrabungen gelegentlich finden, sind Kunst- und Kultgegenstände um einiges seltener. Als umso wertvoller werden deshalb die mit roten Streifen bemalten Kieselsteine angesehen, die in der Höhle Birseck bei Arlesheim gefunden wurden und die das Basler Museum der Kulturen zur Ausstellung beisteuert.

Kiesel-Arlesheim-Magdalenien1
Die Kiesel sind Leigaben des Museums der Kulturen Basel

Die mit Rötel bemalten Kalkgerölle sind mit einfachen Mustern verziert. Ihre Funktion ist unbekannt. Da sie nach der Bemalung zerschlagen worden sind, ist zu vermuten, dass sie kultischen Zwecken gedient haben.

Die Höhle Birseck-Ermitage wurde 1910 von F. Sartorius-Preiswerk entdeckt und 1918 von F. Sarasin beschrieben. Gefunden wurde eine Vielzahl von Gegenständen für den täglichen Gebrauch wie Werkzeuge und Speere, aber auch Schmuckanhänger und die bemalten Kiesel, die in der Forschung grosse Beachtung fanden.
  • Mehr zu den ur- und frühgeschichtlichen Funden in Arlesheim: Jürg Sedlmeier, Von der Steinzeit bis zum Frühmittelalter, in: Heimatkunde Arlesheim, 1993, S. 68 - 84 und dort zitierte Literatur.

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