Freitag, 26. Oktober 2007

Von Arlesheim nach Pruntrut: Ebersteins Bibliothek

Die einen haben Freude an Pferden, andere an Vögeln, andere an wilden Tieren, ich aber bin seit meiner Kindheit begeistert von Büchern." Zitat Kaiser Julian Ekdikios und Schlusssatz Ebersteins im Vorwort zu seinem Bibliothekskatalog.

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Die Ankündigung der Ausstellung ziert das Exlibris Ebersteins, das er seit ca. 1780 verwendete.

Am 26. Oktober 2007 wird im Hôtel de Gléresse in Pruntrut die Ausstellung Christian Franz von Eberstein (1719 - 1797) - Das intellektuelle Vermächtnis eines Domherrn des Basler Domkapitels in Arlesheim eröffnet. Sie dauert bis Sonntag, 16. Dezember 2007 und ist jeweils samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung geöffnet (Tel. 032 420 84 00).

Der aus Sachsen stammende Christian Franz von Eberstein, traf 1747 aus Eichstädt kommend in Arlesheim ein und nahm als Domherr Einsitz in das Domkapitel. Er konnte nicht sogleich in ein Domherrenhaus am Domplatz einziehen, da es für die 16 Domherren nur deren 10 Häuser gab. Nachdem er einige Zeit zur Miete gewohnt hatte, konnte Eberstein Anfang 1751 das sogenannte neue Haus des Schaffners (der Schaffner verwaltete die Feudaleinkünfte des Domkapitels) an der Domstrasse 3 beziehen (heute Wohnaus und Praxis von Dr. Lorenz Kober). Von 1760 bis 1793 lebte Eberstein in einem Domherrenhaus am Residenzplatz - heute Domplatz genannt - im linken Teil des Hauses, das heute die Gemeindeverwaltung beherbergt (Domplatz 8) und urspünglich über zwei Eingänge verfügte.

46 Jahre lang war Eberstein Mitglied des Domkapitels und stieg schliesslich zum Probst auf, dem höchsten Würdenträger nach dem Bischof. Sein Bewusstsein für Tradition einerseits und sein Interesse an der protestantischen Theologie lässt ihn zur Symbolfigur für konfessionelle Konflikte im Zeitalter der Aufklärung werden.

Ackermann-Domherr-Eberstein
Dem Verein Freunde des Domes zu Arlesheim ist es zu verdanken, dass Leben und Werk des Arlesheimer Domherrn Christian Franz von Eberstein in der Biographie von Felix Ackermann Anerkennung findet

Das intellektuelle Vermächtnis des Domherrn Eberstein besteht zur Hauptsache in seiner Bibliothek, die wahrscheinlich zu einer der bedeutendsten Gelehrtenbibliotheken seiner Zeit gezählt werden darf. Als Privatmann interessierte Eberstein sich insbesondere für politische und literarische Publikationen der Aufklärung. Die Bibliothek war nicht nur umfangreich, sondern durch Eberstein minutiös gegliedert und katalogisiert.

In den 1790-er Jahren wurde verfügt, dass alle Bücher, welche sich in den Häusern von Geistlichen befanden, beschlagnahmt werden sollen. So wurde auch die 2'202 Titel umfassende Bibliothek Ebersteins, trotz seines Protestes, grösstenteils zuerst nach Delémont und anschliessend nach Pruntrut gebracht. Eberstein selber hatte Arlesheim 1793 als letzter Domherr verlassen und sich ins Basler Exil begeben.

Heute wird der erhaltene Teil der Bibilothek und insbesondere der handschriftliche Bibliothekskatalog in der Bibliothèque cantonale jurassienne verwahrt und bildet den Grundbestand des Fonds Ancien dieser Bibliothek.

Quelle:

Der Wanderer von Arlesheim

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Kontaktadresse:

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