Samstag, 29. April 2006

Burg Reichenstein

Burg-Reichenstein-Arlesheim-2
Alle Fotos in diesem Beitrag:
Copyright Roland Zumbühl, Arlesheim, picswiss

Am Montag, den 1. Mai 2006, kann die Burg Reichenstein von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden.

Arlesheim-Burg-Reichenstein-Zumbuehl1Die Burg, die ursprünglich Castrum Birseke superior hiess, wurde 1239 erstmals urkundlich erwähnt, als das elsässische Kloster Niedermünster die Burg an den Bischof von Basel verkaufte. Sütterlin nennt in seiner Heimatkunde eine Quelle, wonach die beiden Schlösser (Birseck und Reichenstein) der Kirche im 11. Jahrhundert von Kaiser Heinrich II. geschenkt worden seien. Als gesichert gilt, dass die Burg 1245 als Burglehen an die Familie Reich ging.
Die Familie Reich, die ihren Namen ihrem Reichtum verdankte, nannte die Burg nun Reichenstein. Burg-Reichenstein-ArlesheimNach dem grossen Erdbeben von 1356 stellte die Familie die Burg wieder instand. Mit dem Niedergang des Adels und des Burgenbaus im 15. Jahrhundert wurde auch Reichenstein vernachlässigt; im 17. Jahrhundert zerfiel sie ganz. 1813 - die Familie Reich war mittlerweilen verarmt - ging sie ins Eigentum des Basler Seidenfabrikanten Johann Forcat über.
Nach mehrfachem Besitzerwechsel erwarb sie 1932 der damalige Direktor der Ciba AG, Dr. J. Brodbeck.
Burg-Reichenstein-Arlesheim-3Mittels des Arbeitsrappens *) wurde ein Teil der Burg, der Wehrturm, rekonstruiert und wieder aufgebaut. Die Burg wurde in eine Familienstiftung eingebracht, welche sich in der Folge als unzulässige Genuss- bzw. Unterhaltsstiftung erwies und daher in eine öffentlich-rechtliche Stiftung umgewandelt werden musste.
Burg Reichenstein steht unter Denkmalschutz. Sie kann gemietet und für zivile Trauungen genutzt werden.

*) In der Wirtschaftskrise der dreissiger Jahre wurde in Basel der Arbeitsrappen eingeführt. Von jedem Franken Lohn wurde ein Rappen abgezweigt, um die Wirtschaft - vornehmlich bauliche Objekte - wieder anzukurbeln. Innerhalb von zehn Jahren kamen mehr als 40 Millionen Franken zusammen. In den 1950er Jahren wurden mit dem übriggebliebenen Kapital des Arbeitsrappens Altwohnungen renoviert. In Basel gibt es einen Arbeitsrappen-Brunnen.

siehe auch:
Hans-Rudolf Heyer, Kunstdenkmäler des Kantons Basellandschaft, Band I, Basel, 1969 und Gottlieb Wyss, Geschichte der Burg Reichenstein, Arlesheim 1979
Hansjakob - 29. Apr, 17:35

Hier, in diesem Blog, wird also tatsächlich der Versuch unternommen, Kultur und Geschichte eines Dorfes zu bloggen ... vor allem letzteres scheint mir ein Abenteuer! An die Geschichte kann ich mich noch vage erinnern, als die Familienstiftung für unzulässig erklärt wurde, so etwa Anfang der Siebziger Jahre muss dies gewesen sein.

wanderer - 30. Apr, 09:43

Anno 1967 war das; du kannst es auch nachlesen.

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